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Altersvorsorge über 50
Von Dieter Nürnberger
Pressemitteilung vom 25.08.2005


Sind Menschen über 50 Jahre zu alt für die Altersvorsorge, weil in den wenigen Jahren, die bis zur Rente bleiben, keine ordentliche Rendite mehr zu erwirtschaften ist? Dieser Frage ist die Stiftung Warentest nachgegangen. Und die Antwort mag viele überraschen: Es lohnt sich - mehr als erwartet.

Nicht nur über 50-Jährige haben bei der Altersvorsorge die Qual der Wahl. Was ist lukrativer? Die Rürup-Rente oder etwa die Riester-Rente? Oder fährt man doch mit der betrieblichen Altersvorsorge besser? Die Stiftung Warentest hat diese drei Vorsorgemodelle untersucht - und das Ergebnis ist ermutigend. Denn auch Menschen über 50 Jahre können Spitzenrenditen erwirtschaften - mitunter auch im zweistelligen Bereich. Möglich wird dies durch eine direkte staatliche Förderung und durch Steuervorteile. Zum Beispiel: die Rürup-Rente. Diese Policen sind für Arbeitnehmer auch kurz vor dem Ruhestand noch interessant, sagt Hermann-Josef Tenhagen von der Stiftung Warentest.

Die Rürup-Rente ist insofern interessant, weil man relativ hohe Summen in kurzer Zeit einzahlen kann. Derzeit kann man jedes Jahr bis zu 20.000 Euro gefördert einzahlen. Das heißt, von diesen 20.000 Euro werden 12.000 Euro steuerbefreit eingezahlt, davon hat man also die Steuervorteile. Das ist die Form, bei der man derzeit am meisten Geld steuerlich gefördert einzahlen kann. Dies macht auch für Angestellte und Beamte durchaus Sinn. Es ist aber nicht die erste Wahl, weil beide anderen Formen - die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge - in der Rendite noch besser sind.

Wie hoch der Beitrag für eine Rürup-Rentenversicherung ausfallen sollte, hängt auch vom Bruttolohn ab. Generell gilt: Der Versicherungsnehmer, so die Warentester, sollte den maximal geförderten Jahresbeitrag einzahlen. Dann lohne sich diese Art der Vorsorge auf jeden Fall. Ähnliches gilt bei der Riester-Rente. Am lukrativsten ist es, den geförderten Höchstbetrag zu investieren. Der beträgt in diesem Jahr 1.050 Euro.

Zum einen bekommt man ja eine zusätzliche Förderung für Kinder, wenn es welche gibt. Und zum zweiten kann man als Gutverdiener besonders profitieren, denn es gibt Steuervorteile. Die bringen zusammengerechnet eine sehr gute Rendite. Dann haben die Riester-Rente und auch die betriebliche Altersvorsorge einen ganz wichtigen Vorteil, gerade für Ältere: Das angesparte Geld ist Hartz-4-sicher. Das heißt, für den Fall, dass man länger arbeitslos wird, muss man diesen Teil seiner Altersvorsorge nicht aufbrauchen. Dieser Teil kann auf dem Konto bleiben.

Der Favorit der Stiftung Warentest für die Altersvorsorge der Generation 50 plus ist die betriebliche Altersvorsorge. Denn hierbei können Arbeitnehmer für den eingezahlten Lohn alle Steuern und Sozialabgaben sparen. In diesem Jahr lohnen sich Beiträge bis zu knapp 2.500 Euro. Welches konkrete Vorsorge-Modell der Arbeitgeber für die Firmenrente anbietet, sollte man vorher erfragen. Aber generell sei diese Form wenige Jahre vor der Rente fast immer die beste Geldanlage.

Wenn man sich die Altersvorsorge im Betrieb anschaut und nur eine sehr kurze Laufzeit, beispielsweise fünf Jahre, wählt, dann kann durchaus und dennoch eine zweistellige Rendite herauskommen. Das liegt vor allen Dingen daran, weil man neben der Steuerersparnis, die man bei dieser Vorsorgeform hat, auch bis zu einer bestimmten Höhe Sozialversicherungsbeiträge spart. Man muss nämlich für den Teil, den man in diese Altersvorsorge einzahlt, keine Beiträge zur Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung bezahlen. Das ist auch ein wichtiges Argument für den Arbeitsgeber. Der spart auch bei seinen Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen. Kurz: Besser geht es nicht.

Diese Untersuchung der Stiftung Warentest ist ein Plädoyer dafür, selbst einige Jahre vor der Rente noch über eine zusätzliche Altersvorsorge nachzudenken. Denn auch wenn die Berechnung manchmal kompliziert erscheint, unter dem Strich winkt dank staatlicher Unterstützung und Steuervorteilen meist eine überdurchschnittliche Rendite.

Quelle: Stiftung Warentest

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