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60 Jahre Bodenreform – Enteignungen
Mitteilung des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Michael Beleites: Symposium in Dresden
Pressemitteilung vom 25.08.2005


Datum: Dienstag, 6. September 2005, 18.00 Uhr

Ort: Sächsische Landeszentrale für politische Bildung,Schützenhofstraße 36 · 01129 Dresden


Mit der im September 1945 beschlossenen Bodenreform wurden in der Sowjetischen Besatzungszone in wenigen Monaten alle Großbauern und Grundbesitzer mit über 100 Hektar Land entschädigungslos enteignet. Auch kleinere Höfe waren betroffen, wenn deren Eigentümer tatsächliche oder vermeintliche Nationalsozialisten waren. Unter der Losung "Junkerland in Bauernhand" wurde der Großteil des enteigneten Grundbesitzes an Kleinbauern, Landarbeiter und Flüchtlinge verteilt. Der Rest wurde verstaatlicht.



In Sachsen wurde etwa 350.000 ha Land enteignet. Auch wenn Sachsen traditionell ein weniger durch große Güter geprägtes Land war, als etwa Mecklenburg oder Brandenburg, so war doch die Zahl der Güter mit nur wenig über 100 ha deutlich größer. Über 1500 Wirtschaften waren in Sachsen betroffen. Darüber hinaus setzte 1946 eine zweite Enteignungswelle ein, bei der weitere 1000 kleinere Höfe enteignet wurden.

Die Wirtschaftskraft der neuen Höfe blieb begrenzt. Ihre schlechte Ausstattung und die hohen Pflichtablieferungen verschärften die ökonomische Krise, so dass ein großer Teil der Neubauern die Höfe wieder verließ. Die meisten Verbliebenen wurden 1952-60 dazu gezwungen, in die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) einzutreten. Die Bodenreform ermöglichte Vielen einen wirtschaftlichen Neuanfang. Sie war aber auch mit einer brachialen Verfolgung unschuldiger Menschen verbunden – und sie war der erste Schritt einer sozialistischen Agrarpolitik, die über eine flächendeckende Kollektivierung zu einer Umwälzung des gesamten ländlichen Gefüges in Ostdeutschland führte.

Der Vortrag und die Podiumsdiskussion werden Einblick in die konkreten historischen Ereignisse geben und diese auch aus heutiger Perspektive beleuchten. Neben der historisch wissenschaftlichen Perspektive werden die Zeitzeugen über ihre ganz persönlichen Erfahrungen berichten.

Begrüßung:
Dr. Wolf-Dieter Legall (Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung)

Vortrag "Die Bodenreform im Jahr 1945 und ihre Folgen":
Dr. Jens Schöne (Historiker, Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Erlebnisberichte:
Wolf Roßberg (1945 Enteignung des Gutes, Ostrau/Trebanitz)
Barbara Schulze (1945 Einrichtung einer Neubauernstelle, Weißenberg/Lauske)

Podiumsgespräch:
mit Dr. Jens Schöne, Wolf Rossberg und Barbara Schulze
(Moderation: Dr. Wolf-Dieter Legall, SLpB)

Informationen:
Der Sächsische Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Tel.: 0351-6568110
Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Tel.: 0351-853180

VDL Präsident Dieter Tanneberger ruft die Mitglieder des VDL zur Teilnahme auf !

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