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Staatsheuchelei
Pressemitteilung vom 23.08.2001


Der Kölner Pharmazieunternehmer Dr. Udo Madaus, dessen Familienbetrieb in Radebeul bei Dresden unter die VEB-Enteignungen 45/49 fiel, hat anlässlich der salbungsvollen Reden deutscher Politiker aus Anlass des Mauerbaus vor 40 Jahren, an Bundespräsident Johannes Rau, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Bundeskanzler Gerhard Schröder in persönlichen Briefen folgende Fragen gestellt:

„Anlässlich der Gedenkfeier für den Mauerbau vor vierzig Jahren sprachen Sie von der menschenverachtenden Politik, die zum Bau der Mauer führte und gelobten, dass dieses Unrecht nie vergessen werden dürfe. Ich habe die Bitte, mir folgende Frage zu beantworten: „Warum dürfen der Mauerbau, die Mauertoten und die damit verbundenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nie vergessen werden, aber die Konfiskationen / Enteignungen zwischen 1945 – 1949 und die damit verbundenen Tausenden von Toten, die erschlagen oder in ehemaligen Nazi-KZ’s elendig zu Grunde gingen (...) vergessen werden?“ Warum sollte also dieses Unrecht, dass denselben Motiven entsprang und von denselben Tätern (den Kadertruppen Ulbrichts) durchgeführt wurde, vergessen werden und das andere nicht?

Und an Edmund Stoiber, bayerischer Ministerpräsident, schreibt Madaus:

„Im Zusammenhang mit dem Mauerbau vor 40 Jahren sprechen Sie von „Verhöhnung der Opfer“ und verurteilen insbesondere das Verhalten der PDS. Darf ich mir nur eine Frage an Sie erlauben? Wie beurteilen Sie das Verhalten der Regierung Kohl bezüglich der Anerkennung der Konfiskationen / Enteignungen zwischen 1945 – 1949, die nicht weniger eine Verhöhnung der Enteignungsopfer war. Sie wissen, dass die gesamte zivilisierte Welt, einschließlich der jeweiligen Bundesregierungen, die damaligen Handlungen der Kommunisten zur Durchsetzung der leninistisch-stalinistischen Ideologie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt hat. Die Rechtfertigung der Bundesregierung unter Dr. Kohl, dass die UdSSR und die DDR die Wiedervereinigung von der Nichtrückgängigmachung der Bodenreform- und Industrieenteignungen abhängig gemacht hätten, ist nachweislich durch alle (außer durch Bundeskanzler Kohl, Waigel, Bohl und Schäuble) an der Wiedervereinigung beteiligten Persönlichkeiten (Gorbatschow, Schewardnadse, Gentscher, Kwizinskij, Krause, Bush) als nicht zutreffend bestätigt worden.“

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