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Lidl will bei Biokette Basic einsteigen und stößt auf Widerstand
Lieferanten wollen Zusammenarbeit mit Öko-Supermarkt aufkündigen
Pressemitteilung vom 16.08.2007


Gegen den Einstieg des Discounters Lidl bei Deutschlands Bio-Supermarktkette Basic regt sich Widerstand. Anbieter von Bioprodukten wollen die Belieferung stoppen melden Agenturen. Anhänger des globalisierungskritischen Attac-Bündnisses rufen gar zum Kunden-Boykott auf. "Durch den Einstieg eines Großdiscounters bei einer der marktführenden Bioladen-Ketten droht die Ausweitung des Dumping-Wettbewerbs im Einzelhandel auch auf die Biobranche überzugreifen", heißt es in einem Aufruf der Münchener Attac.

Die Biokette Basic mit Sitz in München will nun mit Hilfe des neuen Großinvestors Lidl weiter expandieren. Firmenchef Josef Spanrunft hat angekündigt, dass allein 2007 zu den 24 bestehenden Filialen sieben weitere hinzukommen sollen. Für ihn ist die Kooperation mit Lidl "ein Beweis dafür, dass Bio wirklich in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist".

Doch einige Kunden und Lieferanten sehen dies offensichtlich anders. Zum Beispiel die Familie Schweisfurth: Als Basic-Mitbegründer sind die Großmetzger aus Bayern mit ihrem Unternehmen Herrmannsdorfer Landwerkstätten eine der wichtigsten Stützen der Firma. Den Lidl-Einstieg wollen die Schweisfurths verhindern. Basic verrate die politischen Ziele der Biobewegung, wenn Lidl einsteigen dürfe, schreibt Familienchef Karl Ludwig Schweisfurth in einem offenen Brief. "Die Herrmannsdorfer haben entschieden, unter diesen Bedingungen nicht mehr an Basic zu liefern."

Andere Lieferanten wie Ökoland sind über Großhändler mit Basic verbunden. Diese halten noch still, diskutieren aber offenbar intern über mögliche Boykottmaßnahmen. Ökoland-Chef Patrik Müller sagt der Presse: "Das ist für uns alle eine schwierige Situation."

Selbst Ex-Firmenchef Richard Müller, ebenfalls ein Gründer der Biokette, ist enttäuscht. Die Lidl-Beteiligung sei "völlig inakzeptabel". Er habe deswegen sein Amt als Berater der Firma aufgegeben. Die Attac-Organisation organisiert seit zwei Wochen Demonstrationen vor Basic-Läden und sammelt Unterschriften. "Wir müssen die Lieferanten dazu bewegen, Basic nicht mehr zu beliefern", sagte Organisator Hagen Pfaff.

Für den Verkauf von Basic-Anteilen an Lidl setzt sich vor allem die Schweizer Asi-Gruppe mit ihrem Vorstand Theo Häni ein. Sie ist Basic-Großaktionär und verwaltet nach eigenen Angaben unter anderem das Geld von irakischen Geschäftsleuten. Für Spanrunft ist das kein Problem. Der "taz" sagte der Manager, es werde sich nichts ändern, auch wenn Lidl als Hauptaktionär einsteige: "Wir werden weitermachen wie bisher." Basic ist in 17 Städten vertreten. Der Umsatz lag 2006 bei 72,6 Mio. Euro. Das Unternehmen gehört damit zu den fünf größten Bioketten Deutschlands.

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