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Milchpreise: Bauernprotest in München
Pressemitteilung vom 16.08.2007


Mehr als 10 000 Bauern aus ganz Deutschland haben am 15. August in München mehr Geld für ihre Milch gefordert. Die rasanten Preissteigerungen für Butter und Milchprodukte im Einzelhandel um bis zu 50 Prozent seien bei den Erzeugern nur zu einem geringen Teil angekommen, hieß es. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) forderte einen Mindestpreis von 40 Cent pro Liter für die Erzeuger, um kostendeckend produzieren zu können. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich solidarisch: "Die Bauern haben unsere politische Unterstützung."
Die Milchbauern sollten sich zu Großliefergemeinschaften zusammenschließen, um die Preise gegenüber Molkereien und Einzelhandel mitbestimmen zu können, forderte der BDM. Zwar bekommen die Bauern für den Liter Milch seit einigen Wochen von den Molkereien mehr Geld. Dies werde jedoch durch stark gestiegene Kosten für Strom, Kraftstoff und Getreide wieder aufgebraucht, klagen die Milchviehhalter. Molkereien und der Handel stopften sich derweil "die Taschen voll".

Kartellamt nimmt Milchindustrie unter die Lupe
Wegen der hohen Milchpreise prüfen die Wettbewerbshüter die Branche auf Absprachen. Die Kartellwächter durchforsteten die Büros des Milchindustrieverbandes und der Preisberichtstelle ZMP auf mögliche Hinweise. Die Branche bestreitet die Vorwürfe.
Die drastische Erhöhung der Preise für Milch und Milchprodukte wie Butter hat die Kartellwächter auf den Plan gerufen. Das Kartellamt untersuche und prüfe Geschäftsunterlagen auf mögliche wettbewerbswidrige Absprachen in der Branche, sagte ein Sprecher des Kartellamts in Bonn. Geprüft werde beim Milchindustrieverband (MIV) sowie bei der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn.
Das Kartellamt wolle aufklären, wie es zu den Ankündigungen der Preiserhöhungen gekommen sei, die dann auch realisiert worden seien, erläuterte der Behördensprecher. Es handele sich nicht um Durchsuchungen, sondern um ein sogenanntes Auskunftsverlangen, bei dem die Betroffenen zur Mitwirkung verpflichtet seien.

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