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Ministerien zahlen Zulagen an Bauern eher aus
Trockenheit und hohe Temperaturen führen zu großen Ernteausfällen
Pressemitteilung vom 17.08.2006


Wegen der Ernteschäden durch die Trockenheit wird das Agrarministerium in Magdeburg rund 41 Millionen Euro, die üblicherweise größtenteils erst später im Herbst ausgezahlt werden, schon im September an die Bauern weitergegeben. Auf die Zahlungen könnten den Angaben zufolge 2750 Betriebe hoffen. Bei dem Geld handelt es sich um Zahlungen von EU, Bund und Land für Bauern auf zumeist qualitativ schlechteren Böden wie in der Altmark oder in der Region Anhalt. Diese Unterstützung ist in jedem Jahr fällig und wird unabhängig von möglichen Hitzeschäden gezahlt. Es handelt sich um die so genannten Ausgleichszulagen und Agrarumweltmaßnahmen. Der Verband Deutscher Landwirte (VDL) hatte mehrfach eine vorzeitige Auszahlung der Mittel auch für Sachsen und Thüringen gefordert. Für die Bauern seien im Oktober die Pachtzahlungen fällig und Saatgutkosten der Herbstbestellung angefallen, betonte Verbandspräsident Dieter Tanneberger.

„Hitze und Trockenheit haben zu Millionenschäden in der Landwirtschaft geführt. Bei allen Feldkulturen sind Ertragsausfälle zu verzeichnen. In den Vor- und Mittelgebirgslagen steht der Raps zum 20. August noch immer ungedroschen. Die Sommergerste bricht ein und verliert ihre Brauqualität. Die Regenfälle der letzten Wochen konnten dem notreifen Getreide nicht mehr helfen. Besonders im Erzgebirge ist die Situation dramatisch“, betonte der VDL-Vorstand vorige Woche in Freiberg.

Der Zustand der Kartoffel-, Zuckerrüben und Futterflächen sei bedrohlich. Bei Kartoffeln wird mit einem Minderertrag von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Eine ähnliche Situation gibt es bei Zuckerrüben. Zuckerfabriken und Erzeugergemeinschaften diskutieren bereits einen späteren Kampagnetermin. Statt Mitte September werde die Ernte erst Ende September oder Oktober beginnen. Man hoffe noch auf einen warmen Herbst für das Rübenwachstum, so der VDL.

Auch der Silomais ist auf vielen Feldern in Sachsen schwer geschädigt. Bei Ausfällen bei der Körnermaisernte sind besonders Äcker der Lommatzscher Pflege betroffen. Die Landesanstalt für Landwirtschaft teilt zudem mit, daß bis zu 40 Prozent der Maisbestände von einem Insekt befallen sind. Dabei handele es sich um einen grau-braunen Falter. In Sachsen sind fast 12.000 Hektar mit Körnermais bestellt.

„Zu den Ernteausfällen kommen für die Milchbauern noch sinkende Milchgelderlöse und Forderungen der Zollbehörden wegen Überlieferung der zugeteilten Milchquoten hinzu. Derzeit steigen auch die Quotenpreise an der Milchbörse wieder an, weil viele Milchbauern versuchen ihre Rentabilität durch Leistungserhöhung zu verbessern. Schließlich nehmen Bankforderungen für Stallinvestitionen keine Rücksicht auf Preisverfall, Klimaschäden und agrarpolitische Einschnitte“, so Dieter Tanneberger.

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