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Würste und Hackfleisch aus der Retorte
Pressemitteilung vom 18.08.2005


Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler nehmen an, daß sie in weniger als einem Jahrzehnt qualitativ akzeptable Würste und Hackfleisch aus Zellkulturen herstellen können. Um die Bedeutung einzuschätzen, muß man sich vor Augen führen, welch ungeheure Auswirkungen die Tierhaltung hat: Auf der Welt leben heute fast 20 Milliarden Nutztiere. Die Viehhaltung belastet den Planeten weitaus mehr als Industrie und Verkehr. Während die Siedlungsfläche nicht einmal 0,5 Prozent der Kontinente ausmacht, benötigt die Landwirtschaft etwa 40 Prozent der eisfreien Fläche des Planeten - und davon zwei Drittel als Weideland. Außerdem werden 40 Prozent der globalen Getreideernte und 20 Prozent des Fischfanges nicht direkt zu Lebensmitteln, sondern zu Futtermitteln verarbeitet. In den nächsten Jahren wird die Fleischerzeugung wegen des steigenden Bedarfs der Schwellenländer weiter ansteigen.

Technische Revolution, die den gesamten Planeten verändern würde
Sollte es in den nächsten Jahrzehnten gelingen, Fleisch industriell zu produzieren, sähe die Welt in vielfacher Hinsicht anders aus. Es wäre der größte derzeit denkbare ökologische Fortschritt. Die letzten Wildnisgebiete müßten nicht für Viehherden oder Futtermittelanbau weichen, sondern könnten sich sogar wieder ausdehnen. Viele Milliarden Kubikmeter Wasser würden gespart, gewaltige Mengen des Treibhausgases Methan ebenfalls. Gewässer würden weniger verschmutzt, Felder weniger überdüngt. Tiere fielen als Herde für Krankheiten wie BSE oder Vogelgrippe weg. Überall auf der Welt könnten Menschen besser ernährt werden, ohne daß dies auf Kosten der Umwelt ginge. Allerdings würden in der Landwirtschaft noch mehr Jobs verlorengehen als ohnehin schon. Es wäre eine technische Revolution, die den gesamten Planeten verändert. Hinzu kommt der ethische Aspekt: Das Ende der beengten Tierhaltung und der Schlachthäuser wäre absehbar. Der Gedanke an Millionen Tiere, die für den menschlichen Verzehr getötet werden, wird künftigen Generationen vielleicht genauso steinzeitlich erscheinen, wie uns die Vorstellung, in der Küche einem lebenden Huhn den Kopf abzuhacken.

Quelle: Bundesumweltministerium

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