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Wettergeschichten
Pressemitteilung vom 14.08.2003


Aus Saydaer Anzeiger 1918
„In diesem Jahr 822 hatten die anhaltenden Regengüsse und die überaus feuchte Luft große Übel im Gefolge. Unter Mensch und Vieh wütete weit und breit eine Seuche mit solcher Heftigkeit, dass es kaum einen Strich Landes gab im ganzen Frankreich, der von ihr verschont geblieben wäre. Auch das Getreide und das Gemüse ging bei dem fortwährenden Regen zugrunde und konnte entweder nicht eingeheimst werden oder es verfaulte in den Scheunen. Nicht besser stand es mit dem Wein, der in diesem Jahre einen höchst spärlichen Ertrag gab und dabei noch wegen des Mangels an Wärme herb und sauer wurde.“

Ungewöhnliche Nachrichten finden sich auch in den Jahrzehnten vor der Großen Pest in der Mitte des14. Jahrhunderts. So heißt es in einer Chronik aus Bad Windsheim zum Jahr 1315 über sintflutartige Regenfälle:

„Sahe man zwen Cometen, und war ein nasser Sommer, große Hungersnot, so an etlichen Orten die leüt gezwungen, dass Sie allerley, hund, pferd und dieb von Galgen gefressen, und galt zum hoff in Waitland ein Schöffel korns 32 Gulden. Und weilen es sunsten den ganzen sommer über geregnet, sint weit und breit, den Menschen, viehe, und Getreid, durch auflaufente Wasser, großer schaden geschehen.“

In einer Erfurter Chronik wird zum Jahr 1338 von Heuschreckenschwärmen berichtet, die in den Städten die Sonne verdunkelten und die Ernten vernichteten. Und das Jahr 1342 brachte ein „Jahrtausendhochwasser“, das die Brücken in Regensburg, Bamberg, Würzburg, Frankfurt, Dresden und Erfurt zerstörte.

Zahlreich sind in späten Mittelalter die Berichte über sehr heiße wie auch sehr nasse Sommer. Etwa 1442 aus Konstanz: „was es so ain heisser sumer, das groß gebrest an wasser was . . . die clainen bäch wurdent als lär an vischen und krebsen von klaine der wasser, das man sie alle uff vieng, und ward der win als honig süß und winnet (erntet) man zu unser frohentsg.

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