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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Hochwasser
Bundesregierung sagt Hilfe zu - Klimaschutz in aller Munde
Pressemitteilung vom 15.08.2002


Die Bundesregierung will den Geschädigten der Hochwasserkatastrophe mit einem Sofortkreditprogramm von 100 Millionen Euro unter die Arme greifen. Damit soll vor allem denjenigen rasch geholfen werden, deren Schäden nicht durch Ansprüche bei Versicherungen gedeckt sind. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) lässt nach Angaben ihres Hauses „derzeit alle Möglichkeiten prüfen, den Landwirten zu helfen, die insbesondere durch Hochwasser und Hagelschlag erhebliche Ernteeinbußen feststellen müssen“. Künast betonte: „Wir wollen die Bauern nicht allein im Regen stehen lassen.“ Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) bittet EU und Bund um Hilfe. Er will Ausnahmeregelungen für Landwirte, die aufgrund der Unwetterschäden nicht über ausreichend Futter für das Vieh verfügen. Es soll den Bauern erlaubt werden, auch Stilllegungsflächen für den Futterbau nutzen zu dürfen. Zur Liquiditätssicherung hat Flath die EU um Vorziehung von EU-Mitteln aus dem kommenden Haushaltsjahr gebeten. Dadurch könnten die Ausgleichszahlungen für das gesamte Agrarumweltprogramm früher ausgezahlt werden. Dieter Tanneberger, Präsident des Verbandes Deutscher Landwirte (VDL) beklagte in der Freien Presse Chemnitz, die Überschwemmungen hätten die Landwirte mitten in der Getreideernte hart getroffen. Es sei zu befürchten, dass das Getreide nur noch zu Futterzwecken verwendet werden könne. Auf einem Verbandsgipfel mit Minister Flath vorige Woche forderte der VDL von EU, Bund und Land einen Verlustausgleich von 100 € pro Hektar.

Politik: Klimaschutz notwendiger denn je
Angesichts der Wetterkatastrophen betonten Politiker die Notwendigkeit eines effizienteren Klimaschutzes. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) machte erneut den Treibhauseffekt als Ursache für Flutkatastrophen in Europa mit verantwortlich. „Es ist unübersehbar, dass die Wetterkapriolen mit den Klimaveränderungen und der Erderwärmung zu tun haben“, sagte Trittin. Mit Blick auf das Klimaschutzprotokoll von Kyoto hob er hervor, dass es wünschenswert wäre, wenn andere Länder in gleichem Maße zum Klimaschutz bereit wären wie Deutschland. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) forderte eine Fortführung der Ökosteuer. Der Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen sagte, die Steuer sei eine Investition in eine vorsorgende Klimaschutzpolitik und müsse unbedingt ausgebaut werden. Er plädierte dafür, einen Teil des Geldes in ein großes Klimaschutzprogramm zu stecken, anstatt es nur den Rentenkassen zuzuführen.

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