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Landwirt darf Wildrinder selber schießen
Von Dietrich Ellies
Pressemitteilung vom 10.08.2006


Der Bauer als Jäger? Die Behörden sind dagegen. Trotzdem begibt sich Hermann Maier selbst auf die Pirsch. Mitten auf der Weide erlegt er das Rind seiner Wahl per Kopfschuß aus nur fünf Metern Entfernung. Kein lauter Knall, der die Herde aufschreckt; ein Schalldämpfer sorgt dafür. In einer mobilen Schlachtbox blutet das geschossene Rind aus. Nun noch ab in den hofeigenen Schlachtraum. Bis Maier das alles durfte, mußte er jahrelang mit der Obrigkeit kämpfen. Seit 13 Jahren hat Hermann Maier mit den Behörden gerungen. Jetzt darf der Landwirt endlich tun, was er für richtig hält: Er erschießt seine Rinder eigenhändig, um sie dann zu schlachten.

Hinten thront die Burg Hohenzollern auf der schwäbischen Alb. In der Teilherde stehen bis zu 30 ausgewachsene Bullen; alle Altersstufen sind vertreten. „Mir tun die Tiere nichts", murmelt Maier. Es sind Uria-Rinder. So nennt sie zumindest der Schwabe in Anlehnung an das Ur, den Auerochsen der Vorzeit. Die Tiere sind lammfromm und lassen sich von Maier sogar streicheln. Man kennt sich. Wenn Tiere getötet werden, dann so schonend und würdevoll wie möglich, meint der Landwirt. Es gelte, alles zu vermeiden, "was den Tieren Angst, Stress oder Schmerzen zufügt", so Spiegel online in einem Bericht. Auch Maier wollte seine Rinder zuerst im Balinger Schlachthof töten lassen, zumal es einen Schlachthofbenutzungszwang gab. Bis zu dem Vorfall mit einem Jungbullen namens Axel vor 20 Jahren. Zwei Stunden hätten sie zu dritt versucht, den sich wehrenden Bullen in den Transporter zu bekommen. Ohne Erfolg. Als er nicht mehr habe toben können, habe er die Füße in den Boden gestemmt und jämmerlich geschrien. Maier beschloss, den Bullen an Ort und Stelle zu töten.

Weil nur Maier sich der Herde von inzwischen 220 Rindern nähern konnte, ohne für Unruhe zu sorgen, beantragte der Landwirt 1988 kurzerhand selbst eine Schießerlaubnis und Waffenbesitzkarte. Doch die Behörde lehnte den Antrag ab. Es kam zum Gerichtsverfahren. Nach 13 Jahren, erst im Jahr 2000 entschied der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, dass die zuständige Behörde Maier die Schießerlaubnis erteilen muß. Die Kunden schätzen das Fleisch seiner selbsterlegten Rinder sehr. Wöchentlich schießt er jetzt zwei Rinder. Sohn und Tochter haben inzwischen die Jägerprüfung bestanden und machen mit.

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