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Biodiesel und Bioethanol
Am Anfang war eine kleine Maschine die Öl aus Sonnenblumenkernen presste
Pressemitteilung vom 10.08.2006


Die Verbio AG gehört zu Europas größtem Hersteller von Biokraftstoffen. Vor zehn Jahren schlenderte Claus Sauter über die Agritechnica in Hannover, die größte Messe für Landwirtschaftstechnik. Eine kleine Maschine presste Öl aus Sonnenblumenkernen und betrieb damit einen Generator, der wiederum eine Glühbirne zum Leuchten brachte. "In diesem Moment wusste ich: dieser Technologie gehört die Zukunft", sagt Sauter und gründete die Verbio AG. Sie ist mit einem Umsatz von rund 200 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2006 Europas größter Produzent von Biokraftstoffen. Die Bundesregierung will die Mineralölkonzerne verpflichten, Benzin und Diesel eine feste Menge an Biokraftstoffen beizumischen. Das kommt Sauter zupasse. "Der Anfang war sehr mühsam, da praktisch kein Markt vorhanden war", sagt Sauter der WELT. Interessant war Biodiesel damals nur für Nutzer, die den Kraftstoff in reiner Form brauchten. Nur dann war er von der Mineralölsteuer befreit. Entsprechend gehörten fast nur Landwirte zu Sauters ersten Kunden. Der erste große Schub kam 2004, als die Steuerbefreiung auch auf Biodiesel ausgedehnt wurde, der mineralischem Diesel zugesetzt wird. Nun kauften auch die ersten großen Mineralölkonzerne Biodiesel und mischten es ihren Produkten bei.
Sauter investierte auf ein weiteres Feld: Bioethanol. Während Biodiesel aus Pflanzenöl gewonnen wird, entsteht Bioethanol aus der alkoholischen Gärung stärkehaltiger Pflanzen und kann als Kraftstoffzusatz für Ottomotoren verwendet werden. Ende 2004 nahm Sauter seine erste Bioethanolanlage in Betrieb - und fand keine Abnehmer. Anders als bei Biodiesel zeigte die Mineralölindustrie keinerlei Interesse. Aber dann kam die Politik zu Hilfe. Die Regierung beschloss vor einigen Monaten eine Beimischungspflicht. Die Mineralölkonzerne werden ab 1. Januar 2007 gezwungen sowohl in Diesel als auch in Benzin die jeweilige Biokomponente in einem festen Prozentsatz zuzumischen. Gleichzeitig wurde aber auch beschlossen, Biodiesel künftig mit Mineralölsteuer zu belegen, zunächst nur mit neun Cent, aber ab 2008 kontinuierlich steigend. Damit ist für die Biokraftstoffbranche nun einerseits ein staatlich garantierter Markt entstanden. Andererseits steigt der Kostendruck, da beim Biodiesel der bisherige Preisvorteil nach und nach entfällt.

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