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Besseres Fleisch von glücklichen Schweinen
Pressemitteilung vom 02.08.2007


Natürlich gehaltene Schweine haben weniger Stress und besseres Fleisch, berichten Wissenschaftler des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN)in Dummerstorf. Die aktuelle Agrarstatistik zeigt, dass immer mehr Bauern von der Rinder- zur Schweinehaltung umschwenken. Im vergangenen Mai wurden in Deutschland 27,1 Millionen Schweine gehalten, 2,2 Prozent mehr als im Mai 2006, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die FBN-Wissenschaftler konnten nun nachweisen, dass Schweine, die sich regelmäßig bewegen und nicht mit den Artgenossen um das tägliche Futter konkurrieren, hochwertigeres Fleisch produzieren. Das liege daran, dass die Konzentration des Muskelfarbstoffs Myoglobin in ihren Muskelfasern höher ist, so die Forscher. Das Fleisch der natürlich gehaltenen Tiere sei weniger blass und schrumpfe beim Braten nicht so stark wie das Fleisch von Schweinen aus der Massenzucht.

Mastschweine in Intensivhaltung können sich nur wenig bewegen und bekommen in der Regel zweimal täglich Futter. Die täglichen Fütterungen sind zugleich die einzigen Abwechslungen für die Tiere und häufig auch von starkem Stress begleitet, weil die Tiere dabei regelmäßig mit ihren Artgenossen um das Futter kämpfen müssen. Dadurch werden vor allem die großen, aber schnell ermüdenden Muskelfasern gebildet, was zu blassem, myoglobinarmem und wasserreichem Fleisch führt, das beim Braten stark schrumpft. Um zu prüfen, wie sich die Haltung auf die Fleischqualität auswirkt, wurden Schweine der deutschen Landrasse mithilfe eines speziell entwickelten Ton-Schalter-Futterautomaten gefüttert. Statt nur zweimal wurden die Schweine achtmal an den Futtertrog gerufen, und zwar jedes Schwein einzeln. Das war möglich, weil jedem Tier eine individuelle, unverwechselbare Tonfolge zugeordnet wurde, auf welche die anderen Artgenossen nicht reagierten. Damit hatten die Tiere nicht nur weniger Langeweile. Sie hatten auch weniger Stress, weil sie nicht mehr um jeden Bissen kämpfen mussten. Und weil sie sich jetzt regelmäßiger bewegten, entwickelten sie auch verstärkt rote, myoglobinreiche Muskelfasern. Die Studie mache noch einmal deutlich, dass auch bei der Intensivhaltung - auf die das bevölkerungsreiche Europa nicht verzichten könne - eine tiergerechte Haltung und gute Produktqualität kombiniert werden müssen.

Da aber eine Ausstattung der Stalltiere mit Ton-Schalter-Futterautomaten teuerer als die derzeitige Schweinezucht sei, müssten die Verbraucher auch bereit sein, für Fleisch aus tiergerechter Haltung etwas mehr zu bezahlen, so die Forscher.

Quelle: Forschungsinstitut Dummerstorf

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