• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Was sind ersatzpflichtige Wildschäden?
Pressemitteilung vom 02.08.2001


Die dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten sind funktioneller Bestandteil des Naturhaushaltes und gleichermaßen ein sich selbst reproduzierendes Naturgut. Die Ausübung des Jagdrechts soll daher zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes beitragen, die Pflanzen- und Tierwelt in ihrer Vielfalt bewahren und die immerwährende Nutzbarkeit des Naturgutes Wild gewährleisten. Das Bundesjagdgesetz will einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes sichern und verbessern sowie die Beeinträchtigung einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung durch das Wild möglichst vermeiden. Dabei sind jedoch Wildschäden durch Verbiss und Bodenaufbruch unvermeidlich. Wildschäden sind dann zu ersetzen, wenn ein Grundstück, das zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk oder einem Eigenjagdbezirk gehört, von Schwarzwild, Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen beschädigt wird. Der Wildschaden ist durch die Jagdgenossenschaft zu ersetzen. Der Wildschadensersatz kann aber im Jagdpachtvertrag teilweise (Wildschadenpauschale) oder vollständig an die Jagdpächter übertragen werden. Bei ersatzpflichtigen Wildschäden an Grundstücken, die einem Eigenjagdbezirk zugehörig sind, hat der Eigentümer oder Nutznießer des Eigenjagdbezirkes den Wildschaden zu ersetzen. Auch hier können anderweitige Regelungen im Pachtvertrag getroffen werden. Bei Wildschäden an Grundstücken, die zu einem Eigenjagdbezirk gehören, richtet sich die Verpflichtung zum Ersatz von Wildschäden nach dem bestehenden Rechtsverhältnis zwischen dem Geschädigten und dem Jagdausübungsberechtigten. Grundsätzlich ist es so, dass der Jagdpächter den Wildschaden zu ersetzen hat. In jüngster Zeit mehren sich aber die Fälle, dass Jagdpächter, unter Berufung auf § 254 BGB versuchen, den geschädigten Landwirt wegen eines angeblichen Mitverschuldens mit in die Haftung zu nehmen. So wurde behauptet, dass fehlende Schneisen im Mais zu einer Minderung der Abschüsse geführt hätten und daher der Wildschaden größer als sonst sei. Zu beweisen ist aber, ob die Schwarzwilddichte im betreffenden Jahr aufgrund anderer Faktoren besonders hoch war. War in den vergangenen Jahren oder auf anderen Flächen durch Schneisen im Mais ein besserer Abschuss möglich? Wusste der Landwirt um das Problem? Hat der Jagdpächter ihn darauf aufmerksam gemacht, bzw. aufgefordert, Schneisen zu schlagen? Ist der Wildschaden insbesondere in dem betreffenden Feld eingetreten? Grundsätzlich wäre es aber schon denkbar, insbesondere bei Feldbeständen mit 50, 100 und mehr Hektar in einem Schlag (wie bei ostdeutschen LPG-Nachfolgern), dass dem Unternehmen durch das Unterlassen des Schneisenschneidens, ein Mitverschulden trifft und der zu ersetzende Betrag entsprechend zu mindern wäre. Schlaggrößen diesen Ausmaßes sind für Wildschweine schon fasst ein Biotop und für Jäger nahezu unerreichbar.

zurück