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Strom wird knapp - bislang ohne Folgen für die Verbraucher
Pressemitteilung vom 28.07.2006


Wie immer in langen, heißen Sommern wird Strom in Europa derzeit knapp und teuer. Die Erzeugung in Wasser- und Windkraftwerken geht fühlbar zurück. Mit zunehmender Erwärmung der Flüsse entstehen Kühlwasserprobleme. Der Energiekonzern Eon hat etwa beim Landratsamt Landshut beantragt, den Wärmegrenzwert für die Isar auf 27 Grad Celsius heraufzusetzen. Anderenfalls drohte die Abschaltung des niederbayerischen Kernkraftwerks Isar1.

An der deutschen Strombörse legten die Notierungen in den letzten Wochen zu. Für den rund um die Uhr erzeugten Grundlaststrom, der Anfang Juni am Spotmarkt knapp 40 Euro je Megawattstunde kostete, wurde am Freitag mehr als 60 Euro bezahlt. Deutsche Haushalte merken davon freilich wenig. Auch im Jahrhundertsommer 2003, als die Versorgungslage vor allem in Südeuropa sehr eng war und mehrere deutsche Meiler wegen zu warmer Flüsse abgeschaltet werden mußten, wurden die Bürger zwar zum Energiesparen ermahnt. Doch wenige große industrielle Verbraucher reduzierten damals ihre Bezüge in Zeiten des Spitzenverbrauchs und verschoben sie auf verbrauchsärmere Stunden.

In diesem Sommer besteht bislang noch weniger Grund zur Sorge vor Stromausfällen als damals, auch wenn einige Kern- und Kohlekraftwerke ihre Leistung zuletzt drosselten. 2003 führten die Flüsse nach einem sehr trockenen Winter erheblich weniger Wasser. Die lange Hitzewelle führte daher schneller dazu, daß die aus wasser- und atomrechtlichen Gründen festgelegten Temperaturobergrenzen überschritten wurden. Kraftwerke mußten die Rückführung von Kühlwasser einschränken oder ganz einstellen. Für hiesige Stromerzeuger sind die Sommerwochen immer interessant. Regelmäßig nimmt ihr heimischer Absatz in den Ferienmonaten ab, weil mancher große Industriebetrieb die Produktion drosselt. Daher werden Wartungsarbeiten und daraus folgende Stillstände überwiegend in den Sommermonaten geplant. Andererseits können die Erzeuger bei großer Hitze auf einen stärkeren Export zu Knappheitspreisen setzen. Wie in früheren Jahren erhöhte Frankreich in diesen Juli-Tagen seine Strombezüge aus Deutschland kräftig, weil ein Teil der 58 dortigen Kernkraftwerke nicht mehr genug Kühlwasser in die aufgewärmten Flüsse ableiten darf. Derzeit bezieht Frankreich täglich eine Strommenge, die fast der Leistung von zwei Kernkraftwerken entspricht. (St.)

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