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Familienchronik der Familie von Ribbeck Pressemitteilung vom 28.07.2006

Hans-Georg von Ribbeck - Der Alte von Ribbeck
Er war gut zu den Bauern und verschenkte mittags gerne Birnen an die Kinder des Dorfs. Er ist im hohen Alter 1759 gestorben und bat angesichts seines knauserigen Sohns um eine Birne ins Grab. Er misstraute seinem Sohn, dass er die Großzügigkeit fortführen werde und griff zu dieser List, damit auch die Kinder nachfolgender Generationen wieder Freude an den weit und breit leuchtenden Birnen haben sollten. Aus dieser Birne wuchs über der Familiengruft ein Baum, der wieder Früchte trug und sie durch ein Flüstern im Baume wieder den Kindern anbot...."So spendet Segen noch immer die Hand des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland."

Ribbeck im Havelland
Ribbeck ist ein Dorf in der Mark Brandenburg, 30 km von der westlichen Stadtgrenze Berlins entfernt, idyllisch in einer Senke an der Bundesstraße 5 nach Hamburg gelegen.
Die Familie von Ribbeck wird mit dem Domherrn und Priester Heinrich von Ribbeck in Brandenburg erstmals 1237 genannt. Ihre Präsenz im Dorf Ribbeck ist im Landbuch Kaiser Karls IV seit 1375 urkundlich belegt.

Verfolgung und Enteignung
Hans von Ribbeck, ermordet 1945 im KZ Sachsenhausen, hatte sich oft mit Gutsbesitzern und Intellektuellen der Mark Brandenburg zusammengefunden, die Hitler die Gefolgschaft versagten. Seinen aufrechten Stolz behielt er auch nach seiner Verhaftung im KZ. Das Verbot in der Haft einen Gürtel zu tragen, war für ihn so entwürdigend, dass er seine Kinder bat, ihn nicht zu besuchen. Er war gottesfürchtig und als Mitglied des Stahlhelm dem Kaiser treu.
Im Zusammenhang mit dem sogenannten Röhm-Putsch war er 1934 schon einmal verhaftet worden, kam aber durch die Fürsprache des Reichspräsidenten von Hindenburg wieder frei.
Er galt als überzeugter Gegner Adolf Hitlers und machte daraus keinen Hehl, war undiplomatisch, dabei aber auch provozierend witzig, was zu mancher Anekdote führte, beispielsweise, dass er in Anwesenheit von hochrangigen Parteiangehörigen mit seinem Spazierstock gerne Schweine mit großen Ohren in den märkischen Sand malte.
Einmal hat er jene Offiziere mit deutlichen Worten aus dem Schloss komplimentiert, die im Rahmen einer von Wehrmachtsoffizieren durchgeführten Geldsammlung zugunsten des Geburtstages Adolf Hitlers - ohne sich für die erste Rate zu bedanken - 14 Tage später einen unangemessenen Nachschlag eingefordert hatten. Er soll auch einen geheimen Sender betrieben und mit "dem Feind" korrespondiert haben. Jedenfalls war dies eine der Begründungen für seine Verhaftung im Mai 1944 durch die Gestapo.
Ein anderer Auslöser war ein Zwischenfall auf einem Ribbeckschen Feld. Hans von Ribbeck hatte einen Wehrmachtsoffizier und eine "Kriegerfrau", mit der Fahrpeitsche drohend, an ihre Pflicht erinnert, rund um die Absturzstelle eines englischen Kampfbombers Schaulustige am Zertrampeln seines keimenden Getreides zu hindern. Dies ergab ein heftiges Wortgefecht.
Kurz darauf wurde er dem Konzentrationslager Sachsenhausen (Oranienburg) zugeführt, wo er im Februar 1945 ermordet wurde. Gleich darauf wurde das Gut unter Verwaltung gestellt, womit die Familie, allen voran seine Ehefrau Marie Agnes von Ribbeck, 1944 verfolgungsbedingt gänzlich die Verfügung über ihre Güter Ribbeck und Bagow verlor.

Verfahren um die Rückgabe
Im Verfahren um die Rückgabe der Güter Ribbeck und Bagow schlug das Brandenburgische Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen 1994 die Rückgabe vor. Hiergegen kam es jedoch zu Einsprüchen insbesondere des Landkreises Havelland, woraufhin im Jahr 1997 die Bundesrepublik einen Rückgabeanspruch nach dem Vermögensgesetz abwies.
Die Gesetzeslage sieht einen Anspruch nur vor, wenn ein Vermögensentzug vor Kriegsende 1945 stattgefunden hat. Für Enteignungen durch die Bodenreform 1945-1949 sind Ansprüche auf Rückgabe ausgeschlossen. Eine schriftliche Beurkundung der Enteignung durch die Nazis lag der Familie aber nicht vor. Nach zähem Ringen gegen die Instanzen des Finanzministeriums gelang der Familie 1999 dann aber doch eine befriedigende Lösung. Der Ausgang des Rechtsstreit war ungewiss und mit einem hohen Prozessrisiko belegt. Ein vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht geschlossener Vergleich beinhaltete den Verzicht auf die gerichtlich festgestellte Berechtigung zur Rückgabe nach dem NS-Verfolgten-Entschädigungsgesetz und eine Entschädigung nach dem Einheitswert von 1935.
Außer politischen Unbehagens in die Rechtssicherheit bringen die schleppenden Verkäufe von BVVG und TLG im Übrigen nichts anderes als tausendfachen Verfall schützenswürdiger Bausubstanz. Eine frühzeitige Rückgabe von "Volkseigentum" der ehemaligen DDR hätte das Kapital von Alteigentümern und Investoren mobilisiert und den Verfall abertausender historischer Bürger- und Adelshäusern aufhalten können.

Die Familie von Ribbeck und die Menschen im Ort
Viele der ideologischen Verunsicherungen der Ribbecker Bevölkerung gegen die Rückkehr der Familie von Ribbeck sind inzwischen abgebaut. Die Familie hat Sinn für dörfliche Schönheit gezeigt und dies mit eigener Hände Arbeit umgesetzt. Die stetige Initiative für den Ort und die Bereitschaft, selbst mit anzupacken, haben dazu geführt, dass die Bevölkerung und die Familie von Ribbeck wieder zusammenwachsen.

www.vonribbeck.de

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