• Kontakt
    Fon 0 37360 63 44
    Fax 0 37360 63 66
  • Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Thalheims Lügengebäude
Pressemitteilung vom 02.08.2012


Das Thalheim-Interview in der Bauernzeitung Nr. 28 vom 13.07.2012 mit Dr. Thomas Tanneberger, Chefredakteur derselben, gibt uns doch sehr zu denken.

Dr. Tanneberger und Dr. Thalheim analysieren hier die Frage: „Haben wir in der Agrargeschichte Fehler gemacht?“

Und Thalheim kommt zu dem Schluss: Nein. Es herrscht Frieden in den Dörfern. Das Landwirtschaftsanpassungsgesetz hat seinen Zweck voll erfüllt. Wenn es nicht so wäre, würde nicht ein Großteil der Bodeneigentümer ihre Flächen nach wie vor an die LPG-Nachfolger verpachten.

Auch kann Thalheim keine Benachteiligung der Neu- und Wiedereinrichter bei der Altschuldenregelung erkennen. Im Gegenteil. Neu- und Wiedereinrichter schieden schuldenfrei aus der LPG aus und hatten damit im Grunde einen Vorteil.

Thalheim verhöhnt mit seiner Lobpreisung der ostdeutschen Agrarstrukturen die privat bäuerliche Landwirtschaft in derart übler Weise, dass einem schon schlecht werden kann.

Wenn er von Frieden auf den Dörfern spricht, so legt er sich seine eigene Politik als Staatssekretär a.D. zurecht. Er hat unter Federführung des DBV die LPG-Strukturen in den neuen Bundesländern weiter privilegiert.

Dass das Thema zur Geschichtsaufbereitung zur Zeit in der Enquetekommission des Landes Brandenburg neu entflammt ist, liegt sicherlich nicht in Thalheims Interesse, sprechen doch die Gutachter von "anarchischen" Zuständen, die 1989/1990 geherrscht hatten. Die DDR-Agrarbosse haben dank "Cliquen und Seilschaften" ihre Macht behalten, kleinen Bauern seien auch von der Landesregierung "Knüppel zwischen die Beine geworfen" worden.

Der Jurist und Gutachter Walter Bayer erklärte auch, dass der Bestand der vormaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) nach der Wende nicht gefährdet werden sollte. Die Politik habe die DDR-Agrarstrukturen nie wirklich zerschlagen - zulasten von Landwirten, die aus den Genossenschaften austraten und es mit einem eigenen Betrieb versuchten. Auch seien nur wenige in der DDR zwangsenteignete Bauern entschädigt worden, sagte Bayer weiter. Zwei Drittel der Vermögensauseinandersetzungen seien unrechtmäßig verlaufen.

Der Gutachter und Journalist Christian Booß warf der amtierenden rot-roten Landesregierung vor, eine vernünftige Aufarbeitung der Nachwendezeit zu verhindern. Er hätte die staatlichen Prozesse bei der Umwandlung der märkischen Agrarwirtschaft gerne noch genauer untersucht, sagte Booß. "Aber es ist schwierig bis unmöglich, von der Landesregierung Akten zu bekommen."

Bis heute ist Brandenburg von wenigen Agrar-Großbetrieben mit oft tausenden Hektar Fläche geprägt. Kleine und mittelständische Betriebe gibt es nur wenige.

Gerald Thalheim ist heute Vorstandssprecher des Mitteldeutschen Genossenschaftsverbandes Chemnitz. Dort kann er sein Rolle als LPG-Retter weiterhin propagieren.

(VDL)

zurück