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Gen-Mais: Seehofer will CSU-Vorsitzender werden
Zugeständnis an Bayerns Kleinbauern, für die der Gen-Mais-Anbau unter Einhaltung der neuen Abstandsvorgaben nun sowieso unmöglich ist.
Pressemitteilung vom 26.07.2007


Die WELT kommentiert die Genmais-Debatte als Blindekuh-Spiel: „Ein ums andere Mal durchmaß der Fachminister irrlichternd den politischen Raum, bis er all jene eingefangen hatte, die Interessen an der Gentechnikgesetzgebung haben. Ausgezogen war Landwirtschaftsminister Seehofer, im Auftrag der Kanzlerin die Vorlage seiner Vorgängerin Künast wirtschaftsfreundlich zu entschärfen. Dann machte ihm der wertkonservative Unionsflügel Dampf und warnte vor "Eingriffen in die Schöpfung". Groß- und Kleinagrarier drängten ihn zu kalkulierbaren Haftungsrisiken im Falle der Kontamination ursprünglicher Anpflanzungen. Schließlich stiegen ihm noch fundamentaloppositionelle Biobauern aus Bayern aufs Dach.

Herausgekommen ist schließlich ein relativ restriktives Gesetzeswerk, das freiwillige Kennzeichnungspflicht von genmanipulierten Nahrungsmitteln nach EU-Norm und verhältnismäßig großzügig bemessene Abstandspflichten bei der Anpflanzung genmanipulierter Aussaaten vorsieht. Grund zum Jubeln haben einheimische Gen-Mais-Produzenten also wahrlich nicht. Stattdessen loben die Umweltverbände mehrheitlich den Entwurf, und man reibt sich die Augen: Warum hat die CSU de facto mit ihrer Tradition als Partei neuer Technologien gebrochen? Die Antwort ist einfach. Seehofer möchte CSU-Vorsitzender werden in einem Bundesland, dessen kleinteilige Agrarflächen den Anbau von Gen-Mais unter Einhaltung der neuen Abstandsvorgaben nun weitgehend unmöglich machen. Das besänftigt die äußerst renitenten und in der CSU zahlreich repräsentierten Landwirte von kleinen und mittleren Betrieben. Und es verlagert die grüne Gentechnologie auf die großen, zusammenhängenden Anbauflächen im Norden (und DDR-Osten; Red. VDL). Bayern verliert Innovationspotenzial und Seehofer wahrt seine Chancen in der CSU.“

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