• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Das Wetter spielt verrückt
Deutschland bekommt Mittelmeerklima

Pressemitteilung vom 24.07.2003


Nicht mehr von Hochsommer oder Hitze, man spricht von der Welle, von der Hitzewelle. Landwirte haben 2003 wirklichen Grund zur Klage. Der Deutsche Wetterdienst spricht aber nur von „einer Phase erhöhter Temperatur“. Dabei hatte das Wetteramt in Offenbach noch vor kurzem auf den Hitzerekordmonat Juni hingewiesen.

Seit 1901 hatte die Tagesmitteltemperatur in einem Monat Juni in Deutschland nicht mehr über 19 Grad gelegen. Der vergangene Monat hat es auf 19,1 Grad gebracht – dreieinhalb Grad über dem langjährigen Mittel! 240 Stunden Sonne - ein Viertel mehr als üblich. Im Juni schon Hochsommer, der Juli wird noch heißer werden. Keine Eismänner 2003, keine Schafskälte, kein Kälteeinbruch mit Tiefdruckgebieten aus dem Norden. Sieben Wochen Hitze, noch den ganzen August, statt Siebenschläfer-Regen.

Es ist aber nicht das Wetter des Jahres, es ist das veränderte Klima der Erde. Es ist kein einmaliger meteorologischer Ausreißer in Europa. Vergangenes Jahr die Flut, dieses Jahr die Dürre. Nicht das Wetter spielt verrückt, das Klima tut es. Ein Epochenwandel des Luftzustandes, ein klimatologischer Umbruch. Um 0,3 Grad ist die Tagesmitteltemperatur in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Als Vergleichsmaßstab dient international der Durchschnittswert aus den Jahren von 1961 bis 1990. Wenn einem komplexen System mehr Energie zugeführt wird, steigt dessen Labilität, wissen Physiker. Für Wetter und Klima bedeutet das vor allem, dass der Wasserkreislauf beschleunigt wird. Die Verdunstung von Wasser, insbesondere in den knapp zwei Drittel der Erdoberfläche bedeckenden Ozeanen nimmt zu – die Energie wird in die Atmosphäre geschickt und entlädt sich mit zunehmender Gewalt.

zurück