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EU will die Dauer von Tiertransporten begrenzen
Fahrzeuge sollen auch besser ausgestattet sein

Pressemitteilung vom 24.07.2003


Die Vorschriften von Tiertransporten durch die Europäische Union sollen deutlich verschärft werden. Die EU-Kommission hat vorige Woche in Brüssel einen Entwurf für eine entsprechende Verordnung vorgelegt. Demnach sollen die Transportzeiten verkürzt und die Transportfahrzeuge tierschutzgerechter ausgestattet werden. EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne erklärte, sein wichtigstes Anliegen sei es, die Belastungen für die Tiere beim Transport so weit wie möglich zu reduzieren. In den vergangenen Jahren hatten Tierschützer immer wieder die viel zu langen und oft qualvollen Tiertransporte quer durch Europa kritisiert. Derzeit ist es noch erlaubt, Schweine und Pferde ohne Unterbrechung 24 Stunden zu transportieren. Rinder Schafe und Ziegen dürfen sogar 29 Stunden unterwegs sein. Nach 14 Stunden ist dabei nur eine Stunde Pause vorgeschrieben.

Transportzeit für alle Tiere auf 9 Stunden begrenzt
Die neue Verordnung sieht vor, die maximale Transportzeit für alle Tiere auf neun Stunden zu begrenzen. Dann muss eine Pause von mindestens zwölf Stunden eingelegt werden. Die Tiere sollen dabei im Transporter bleiben. Denn das Ein und Ausladen, so haben Studien gezeigt, bereite den größten Stress. Künftig sollen alle Tiertransporter mit Tränken und automatischen Belüftungsanlagen ausgerüstet werden. Das einzelne Tier soll mehr Platz zur Verfügung haben. Das gilt auch für Tiertransporte auf Schiffen. Die Fahrer von Tiertransporter sollen zudem besser geschult werden.
Das Bundesverbraucherministerium erwartet nun eine intensive Diskussion im EU-Agrarrat über die vorgeschlagene Verordnung. Irland habe schon Widerstand angekündigt, erklärte eine Sprecherin in Berlin. Positiv an der geplanten Regelung sei, dass Tiertransporter speziell zugelassen werden sollen. Problematisch sei jedoch, dass die zeitliche Obergrenze für die Tiertransporte noch vage definiert sei.
Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) in Frankfurt unterstützt die geplante EU-Verordnung. Wichtig sei ein einheitlicher Bußgeldkatalog, der bei Verstößen bis zum Lizenzentzug reichen müsse, erklärte BGL-Rechtsexpertin Ursula Roski. Mit Blick auf die bevorstehende EU-Erweiterung rechnet der BGL vermehrt mit Billiganbietern für Tiertransporte, die dann die „guten Unternehmen“ vom Markt verdrängen. Der BGL wolle Qualität, sei aber gegen überzogene Regelungen, erklärte Roski. So seien die geplanten Fahrt- und Pausenzeiten für Tiertransporte viel zu starr. Der BGL fordert eine flexible Lösung, die es erlaubt, sich auch an Tageszeit und Temperatur zu orientieren.

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