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Leserbrief zum Abwasseranschluß
21.542,00 EURO für unbewohnten Althof abstottern
Pressemitteilung vom 21.07.2005


Wir gehören zu den ostdeutschen Bürgern die das Überstülpen der oft zweifelhaften Gesetze der BRD über den Osten kritisch sehen.
Den meisten ostdeutschen Bauernhöfen werden dadurch gnadenlos extrem hohe Abwassererschließungsbeiträge abverlangt.
In den alten Bundesländern werden diese Beiträge für die Hoffläche, Wiese und Acker fast immer problemlos zinslos gestundet, was hier aber nur sehr selten genehmigt wird. Geschuldet der LPG-Zeit, gibt es hier nur noch selten die wirtschaftlich eigene Hofstelle. Die Politik hätte aber das landwirtschaftliche Stundungsgesetzt der im Osten bestehenden Landwirtschaftsform anpassen müssen. Da ich meinen Acker an den LPG-Nachfolger verpachtet habe, hat sich die leerstehende „Hofruine“ zum unverkäuflichen Ballast entwickelt. Weil ich kein selbständiger Landwirt bin, wurde mir diese zinslose Stundung verweigert. 21.542,00 EURO stottere ich nun für diesen unbewohnten Althof ab. 1 Tonne Gras wird mit 9 € Abwasserabgabe belastet!
Was ist Ihre Meinung zu dieser Ungleichbehandlung des Ostens? Man hat das westdeutsche Abwassersystem übernommen und hier riesige Fördermittel vergeudet.
Sollten Sie sich nicht aus Solidarität auch für die Bauern einsetzen, welche ihren Hof nicht wieder einrichteten? Durch das unmenschliche Abkassieren der Abwasserverbände wird doch ein Teil der Landbevölkerung in die Verarmung getrieben, Bauernhöfe werden fast verschenkt und in den Tod getrieben.
Für jeden Acker, der an einer Straße angrenzt, werden wirklichkeitsfremde Beiträge für eventuelles Bauerwartungsland abkassiert. Oft wird auch ein irreal aufgeblähtes teures Kanalsystem entlang der Straße verlegt. In der Praxis wird aber nur das saubere Niederschlagswasser von der Straße zur 50 km entfernten zentralen Kläranlage geleitet! Zur Dorfstraßenentwässerung hätte oft der alte Seitengraben gereicht. Ökologischer und hygienischer wäre das in jeden Fall gewesen, weil hier keine Fäkalien mit eingebracht würden, die die Abwasserlast unnötig vergrößern.
Da es letztlich hier offenbar nur darum geht, daß der öffentliche Dienst erhalten bleibt - ohne Rücksicht auf den Rest der Bevölkerung - sollte dieser Rest das auch bei den nächsten Wahlen berücksichtigen. Von jeder Partei muß aber dazu wirklich einmal genau veröffentlicht werden, was sie von diesen ungleichen, den Osten verarmenden Abgaben hält und ob die Politiker an dieser in der Welt belächelten deutschen Straßenentwässerung festhalten wollen.

Bernd Troll, berndtroll@aol.com

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