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Wann ist die Durchschnittssatzbesteuerung zulässig?
Pressemitteilung vom 21.07.2005


Direktvermarktung. Der Bundesfinanzhof hatte im Jahr 2001 folgendes entschieden: „Veräußert ein Landwirt Waren in einem so genannten Hofladen, so unterliegt der (pauschalen) Umsatzbesteuerung nach Durchschnittssätzen nur die Veräußerung selbsterzeugter landwirtschaftlicher Produkte sowie – in begrenztem Umfang – zugekaufter landwirtschaftlicher Produkte. Dagegen ist die Veräußerung zugekaufter nicht betriebstypischer Produkte (sogenannter Handelswaren) nach den allgemeinen Vorschriften des UStG zu besteuern.“
Die Finanzverwaltung will dieses Urteil nun auf Umsätze, die nach dem 31. Dezember 2002 ausgeführt werden, anwenden. Die Veräußerung zugekaufter landwirtschaftlicher Erzeugnisse unterliegt nur dann noch der Durchschnittssatzbesteuerung, wenn der Bruttoeinkaufswert dieser Produkte 20 % des Gesamtumsatzes des landwirtschaftlichen Betriebes nicht übersteigt.
Dagegen ist die Veräußerung sogenannter Handelsware grundsätzlich nach allgemeinen Grundsätzen zu besteuern (Regelbesteuerung). Dies gilt nach dem ausdrücklichen Wortlaut des vorgenannten Urteils selbst dann, wenn die so genannte Handelsware bezogen auf den Gesamtumsatz des Betriebes und aufgrund ihrer absoluten Höhe von vollkommen untergeordneter Bedeutung ist.
Unser Tipp: Während für die Einkommensteuer eine 30 %-Zukaufgrenze gilt, besteht nun für die Umsatzsteuer eine 20 %-Grenze. Dabei wird anders als im Einkommensteuerrecht auf den Bruttoeinkaufswert abgestellt. Als Bezugsgröße wird der Gesamtumsatz, also der Nettoumsatz des Unternehmens heran gezogen.
Bisher war auch umsatzsteuerlich die 30 %-Grenze aus der Einkommensteuer maßgeblich. Da die Finanzverwaltung die neue Grenze aber bereits ab 2003 anwenden will, kann dies zu einer Verschlechterung führen, wenn die seitdem geltende 20 %-Grenze überschritten war. Eine Übergangsregelung ist daher notwendig.

OFD-Nürnberg, Verfügung vom 3. November 2004, S 7410 122 St 43, BMF-Schreiben an den ZVG vom 6. Oktober 2004, IV A 5 S 7410 8/04

Quelle: DLG-Mitteilungen 07.2005 (VDL ist Mitglied der DLG)

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