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Opfer fühlen sich doppelt betroffen
Unrecht bei der Bodenreform lässt Rüdigsdorfer Werner Schumann keine Ruhe
Pressemitteilung vom 16.07.2004


Der 77-jährige Werner Schumann aus Rüdigsdorf verfolgte den Ost-West-Dialog in der Leipziger Volkszeitung zur Bodenreform mit besonderem Interesse. Er hofft schon viele Jahre, dass altes Unrecht endlich getilgt wird, die Opfer nicht zweimal betraft werden. Denn auch er machte bittere Erfahrungen:
„1945 wurden in Langenleuba-Niederhain, wo ich aufwuchs, 26 Familien von einem gewissen Gustav Roloff, von Haus und Hof vertrieben und entschädigungslos enteignet. Roloff, der sich als VVN-Mann getarnt hatte, wurde später als Verbrecher und Betrüger entlarvt und 1953 vom Kreisgericht Erfurt-Süd zu einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren verurteilt. Allein für seine Betrügereien in Langenleuba bekam er drei Jahre. Weitere 17 Grundstücke wurden unter Sequester verbleibend gemeldet“, so der heute 77-Jährige und kann das durch Dokumente genauestens belegen.
Bereits im Juli 1990 bildete er in Gnandstein mit 120 Gleichgesinnten eine Initiativgruppe „sog. Bodenreform 1945“ und wurde deren Vorsitzender. Eigentlich dachte Schumann damals, dass nunmehr dieses Unrecht schnell gesühnt werde.
Doch weit gefehlt: 15 Jahre nach der Wende muss der gelernte Kaufmann konstatieren: Es wurde wenig getan, um das Unrecht, das in der ehemaligen DDR geschah, beim Namen zu nennen. Letztlich sind wir, die Opfer der Willkür und des Unrechts, noch einmal die Betrogenen.“ Denn das einstige Privateigentum, was damals in „Volkseigentum“ überging, wurde nun zum Eigentum der Bundesrepublik Deutschland erklärt. Das kann auch Schumann nicht verstehen. Er fühlt sich nicht nur materiell, sondern im Innersten betroffen. „Wir wollen kein altes Unrecht mit neuem vergelten. Wir fordern nur eine entsprechende Entschädigung oder den Besitz zurück, der sich heute noch in der Hand des Staates befindet.“
Und auch, wenn inzwischen schon viele der betroffenen Bürger verstorben seien, gibt Schumann nicht auf: Solange ich kann, werde ich mich einsetzen, damit diese Bürger, die damals als Staatsfeine, Ausbeuter und Kapitalisten diffamiert wurden, nur weil sie Eigentum hatten, zu ihrem Recht kommen.“

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