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    Bundesverband
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Leserbrief aus Baden-Württemberg
Zu: „Mutiger Minister“, LANDPOST Nr. 20/03
Landfrauen von Freiburg beten für Erfolg von Minister Flath
Pressemitteilung vom 17.07.2003


Sehr geehrter Herr Tanneberger,

durch den Hochwasserhilferuf in der Landpost vom 09.01.03 bin ich auf Sie aufmerksam geworden. Da ich die Schriftwechselunterlagen aufbewahrt habe und nun Ihr Foto in der Landpost (Mai) gesehen habe, konnte ich mich gleich an Sie erinnern. Da mein Mann durch Krankheit ausgefallen war, kam ich das ganze Frühjahr kaum zum Lesen; hatte aber die einzelnen Ausgaben der Landpost aufbewahrt.

Wie schon am Telefon erwähnt, bewirtschaften wir am Rande des Schwarzwaldes (Kaiserstuhl) einen kleinen Bauernhof im Nebenerwerb. Wir betreiben Weinbau und an den Steilhängen lassen wir Schafe weiden. Beide sind wir gelernte Landwirte. Ich selbst bin auch Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft und mein Mann war hauptberuflich Beamter bei der Bundesbahn. Ohne seinen Beruf hätten wir unsere Familie mit vier Kindern nur von dem Erlös der Landwirtschaft nicht ernähren können.

Seit Jahren verfolgen wir die Situation in der Landwirtschaft auch im Osten. Der Kommentar „Auf ein Wort“, der jedes Mal in der Landpost erscheint ist sehr gut und bringt die ganze Problematik der deutschen und EG –weiten Landwirtschaft auf den Punkt. Schon letztes Jahr wurde die ungerechte Landverteilung in den neuen Bundesländern zur Sprache gebracht. Was Sie, sehr geehrter Herr Tanneberger, nun unter dem Artikel „Mutiger Minister“ geschrieben haben, schildert aber die wahre Situation, wodurch die Großagrarier in Wirklichkeit zu dem vielen Land gekommen sind. Das hat uns doch sehr schockiert.

Zu so einem Minister, wie Steffen Flath (CDU) und zu so einem Bauernverbandspräsidenten wie Sie es sind, kann man dem Land Sachsen nur gratulieren.

Heute Sonntag morgen haben wir in unserem Gebetskreis wieder Ihre Anliegen eingeschlossen. Die meisten unserer Landfrauen sind im Landfrauenverband Freiburg, Südbaden organisiert. Die Landfrauen haben hier immer schon eine starke Lobby.

Es ist uns ein großes Anliegen mit unserem Leserbrief, Ihnen bzw. Ihrem mutigen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath den Rücken zu stärken.

Viel werden wir nicht bewirken können. Aber vielleicht lösen wir mit unserem guten Willen eine Welle der Sympathie für die Politiker aus, die versuchen, auch im Osten Gerechtigkeit zu schaffen. Möge Gott Ihnen allen Kraft geben, dem wachsenden Druck stand zu halten.

Was Sie von dem rot-grünen Gespann Künast/Thalheim geschrieben haben, hat sich wieder auf dem jüngsten deutschen Bauerntag in Freiburg bestätigt. Durch die neue Agrarreform in Luxemburg, werden die Milchbauern im Schwarzwald nochmals bis zu 30% weniger verdienen und so wird sich das „Höfe sterben“ weiter fortsetzen. Es hat bei den hiesigen Bauern heftigsten Protest ausgelöst.

Ich meine, wir brauchen keine Verbraucherministerin, sondern wir brauchen eine Landwirtschaftsministerin, welche die Belange und Interessen der Bauern vertritt. Immerhin muss ja erst produziert werden, bevor verbraucht wird.

Abschließend darf ich der gerechten Sache Gottes Segen wünschen und ein gutes Gelingen. Sie hören wieder von mir.

Mit freundlichen Grüßen

Brigitta Gleichauf

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