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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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Künast steuert um
Ab 2002 sind auch kleinere Investitionen förderfähig
Pressemitteilung vom 12.07.2001


Ab 2002 soll die investive Agrarförderung für die Landwirtschaft anders verteilt und damit die Neuausrichtung der Betriebe unterstützt werden. Bisher wurden Betriebe gefördert, die in Wachstum und Produktion investierten. Gefördert wurden Stallbaumaßnahmen, vor allem im Rinderbereich mit Boxenlaufstall auf Vollspaltenboden. Mit bis zu 40% Förderung konnte rechnen, wer für Investitionen mehr als 200.000 DM ausgab. Wer weniger ausgab, um z.B. seine Direktvermarktung oder Dienstleistungsangebote langsam aufzubauen, wurde nur halb so stark unterstützt (Subventionswert 20 %). Investitionen unter 50.000 DM wurden gar nicht gefördert. All das soll sich unter Renate Künast nun ändern. Erstmals sollen ab 2002 die kleineren Investitionen, z.B. für den Anbau einer hofeigenen Verarbeitung und Vermarktung für Dienstleistungen wie Bauernhofcafes und Partyservices oder Urlaub auf dem Bauernhof gefördert werden. Auch Betriebe, die ihren Schweinen Auslauf ermöglichen und dazu die Ställe entsprechend umbauen, sollen nun berücksichtigt werden. So sollen bereits Anschaffungen ab 20.000 bis 100.000 DM erheblich bezuschusst werden. Für artgerechte Tierhaltung, Umweltschutzmaßnahmen und für Vorhaben mit Einkommenskombinationen sollen einen Zuschuss in Höhe von 35 % der Investitionssumme beantragen können, statt der bisherigen Zinsverbilligung von Kapitalmarktdarlehen mit lediglich 20 %. So soll z.B. eine neue Backstube für die Direktvermarktung förderfähig werden, die bisher leer ausging, weil sie mit ca. 25.000 DM zu billig war und nur größere Investitionen unterstützt wurden. Diese „unbürokratische Zuschusslösung“, so Wolfgang Reimer, den Frau Künast erst kürzlich aus dem AbL-Vorstand in ihr Bundesministerium geholt hatte, wo er für die Gemeinschaftsaufgabe zuständig ist, sollen neben der bisherigen Förderschiene auch andere Entwicklungsrichtungen für die Betriebe gezielt gefördert werden.

Die Schwelle für die sog. „Großen Investitionen“ aus Zinsverbilligung und Zuschuss soll von 200.000 DM auf 100.000 DM herabgesenkt werden. Der Zuschuss für Stallbaumaßnahmen wird nur noch gewährt, wenn eine „besonders“ artgerechte Tierhaltung geschaffen werden soll, d.h. nicht mehr für Vollspaltenböden und nicht für Käfighaltung.

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