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Nebenerwerbslandwirte
Fachexkursion nach Mecklenburg-Vorpommern
Abschluß und Höhepunkt der Winterschulung 2006/2007
Pressemitteilung vom 12.07.2007


Gut gelaunt bei schönem Reisewetter starteten 26 Nebenerwerbslandwirte aus dem Amtsbereich Mockrehna am 15. 06. d. J. zur Exkursion nach Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Ankunft in Lübz konnten bei einer Fahrt auf der Elde nach Plau am See erste Eindrücke der Landschaft gewonnen werden. Mittels dreier Schleusen überwand das Schiff eine Höhe von 17,30 Meter „bergauf“ bis zum Ziel. In Plau/Quetzien erwartete uns Imker Neumann in seinem Betrieb. Sechs Mitarbeiter und drei Lehrlinge kümmern sich um unzählige Bienen. Mit einem unterhaltsamen und sehr informativen Vortrag erklärte der Chef den Bienengarten, das Imkereimuseum und die eigentliche Imkerei. Im Hofladen wurden dann alle vor Ort erzeugten Honigsorten verkostet. Der Verkauf von Imker-Geräten, Bienen-Spezialprodukten, wie z.B. Blütenpollen, Propolis und Gelee Royal, sind neben der Qualitäts-Honigproduktion eine zusätzliche Einnahmequelle. Zukünftig könnte der Einsatz von Bienen zwecks gezielter Fremdbestäubung von Pflanzen eine weitere Dienstleistung des Betriebes werden. Am nächsten Tag - bei ergiebigem Regen - wurde die Schäferei und Kaltblutpferdezucht Platzek in Alt-Schwerin besichtigt. Zunächst konnten wir einige Pferde der Rasse Sächsisch-Thüringisches-Kaltblut bewundern. Danach zeigte Schäfermeister Platzek seine Herde Shropshire auf der Weide im Naturpark bzw. Müritz-Nationalpark. Schafhaltung im Spannungsfeld von Auflagen, Einschränkungen und Kontrollen eines Nationalparks einschließlich Personalaufwand und Besoldung der Nationalparkverwaltung war dann das Gesprächsthema der nächsten Stunde. Wer und zu welchen Kosten pflegt die offenen Flächen des Nationalparks, wenn der alte Schäfer seinen wohlverdienten Ruhestand antritt? Weiter ging es zur Fischzuchtanlage Alt-Schwerin. Stör aus dem Baikalsee und Maränen haben die Forellenzucht längst abgelöst. Die Forellen werden zur Versorgung des angeschlossenen Fischladens und der Fischgaststätte kostengünstig zugekauft. Von der Qualität der Produkte konnten wir uns bei einem ausgiebigen Mittagessen überzeugen; dazu probierten wir das einheimische Lübzer Bier. So gestärkt fuhren wir zum Kastanienhof Varchentin. Dort im Landwirtschaftsbetrieb Tornow wird in Eigenproduktion erzeugtes Rapsöl als Kraftstoff für landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge bereits seit sieben Jahren eingesetzt. Die Entölungsanlage für Rapssaat, eingebaut in einige Schiffscontainer, konnte während des Betriebes besichtigt werden. Die Anlage dient auch als Demonstrationsbetrieb zur Erzeugung und Nutzung von biogenen Kraftstoffen in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Im ehemaligen Pfarrhof von Varchentin erwartete uns die Hausfrau in der Schlachterei mit Hofladen mit einem zünftigen Imbiss. Wild-Wurstspezialitäten, Schinken, aber auch leckerer Kuchen und Kaffee konnten probiert werden. Der Abschluss des Tages war der Besuch der Galloway-Zucht von Stephan Koch in Möllenhagen. Frau Koch berichtete über die wechselvolle Geschichte des Hofes, der seit 1820 im Besitz der Familie ist. Seit 1991 werden erfolgreich Galloway gezüchtet, anfangs hauptsächlich zur Fleischproduktion. Durch gezielte züchterische Aktivitäten wurde die Qualität der aufgezogenen Tiere deutlich gesteigert und zunehmend können Zuchttiere verkauft werden.
Für den Sonntag stand der Besuch des agrarhistorischen Museums in Alt-Schwerin auf dem Programm. In einzigartiger Weise wurden hier Zeugnisse der Geschichte, Architektur, Technik und Technologie der Landwirtschaft in Mecklenburg zusammengetragen. Beeindruckend für uns – ohne andere Exponate geringer zu schätzen – ist die Vollständigkeit der Sammlung von Zugmaschinen und Traktoren seit der Entwicklung der Dampfmaschine. Insgesamt ein guter Platz, um unserer Jugend und nachfolgenden Generationen zeigen zu können, dass die Milch nicht von der lila Kuh im Supermarkt kommt, sondern dass moderne Landwirtschaft ein Ergebnis langer technologischer Entwicklung ist. Die Exkursionsteilnehmer danken den Mitarbeitern des Amtes und den gastgebenden Betrieben. Das Programm war ausgewogen und interessant für alle Beteiligten. Einhellig wurde der Wunsch geäußert, die Winterschulung weiterzuführen. Bei 315 Nebenerwerbsbetrieben im Amtsbereich Mockrehna sollte das kein Problem sein.

Roland Freiherr von Fritsch

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