• Kontakt
    Fon 0 37360 63 44
    Fax 0 37360 63 66
  • Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Bioenergie läßt Bodenpreise steigen
Pressemitteilung vom 12.07.2007


Der Boom der Bioenergie lässt die Bodenpreise steigen. Es gebe eine «deutlich anziehende Nachfrage nach Flächen», sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), Wolfgang Horstmann, am Mittwoch in Berlin. Grund sei der verstärkte Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Gewinnung alternativer Energien. Die BVVG privatisiert im Auftrag des Bundes in den ostdeutschen Ländern ehemals volkseigene Äcker und Wiesen, Wälder, Gebäude und Gewässer. Laut Horstmann erzielte die BVVG im ersten Halbjahr 2007 beim Verkauf landwirtschaftlicher Flächen einen Durchschnittspreis von 4858 Euro je Hektar. Dies seien 9,5 Prozent mehr als 2006. Noch deutlicher war der Preissprung beim Verkauf von Wald. Hier wurden im ersten Halbjahr 2007 im Schnitt 3444 Euro je Hektar und damit rund 30 Prozent mehr erlöst als im Vorjahr. Neben der steigenden Nachfrage machte Horstmann für die Preissteigerungen auch einen Strategiewechsel der BVVG verantwortlich. Sie setzt bei Verkäufen nun stärker auf Ausschreibungen statt auf bilaterale Verhandlungen. Die Strafanzeige der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hält Horstmann für unbegründet. Die AbL hat gegen die BVVG-Vorstände Strafanzeige wegen Tatverdachts der Veruntreuung gestellt und wirft der BVVG vor, sie habe die Wertansätze für den Bodenverkauf bewusst nach unten gedrückt. Davon habe eine kleine Klientel landwirtschaftlicher Betriebe profitiert, die Pachtverträge mit der BVVG gehabt habe. Horstmann hielt dem entgegen, die BVVG habe entsprechend gesetzlicher Vorgaben vom Verkehrswert zehn Prozent abgezogen, da die Flächen mit Auflagen belegt seien. Sie dürften etwa 20 Jahre nicht weiterverkauft und müssten selbst bewirtschaftet werden. Die BVVG nahm vor 15 Jahren ihre Arbeit auf. In dieser Zeit privatisierte sie insgesamt über eine Million Hektar Flächen. Dies entspricht etwa der vierfachen Fläche des Saarlandes. Die an den Bund abgeführten Erlöse betrugen zwar rund 3,2 Milliarden Euro. Rechne man aber die Kosten, etwa für Bewirtschaftung, dagegen, so stehe man «vielleicht kurz vor dem Break-even», sagte Horstmann.

zurück