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Keine Waldwertminderung wegen Durchforstung
Pressemitteilung vom 14.07.2005


Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 1. Januar 1999 beginnen, wurde die Waldwertminderung von 3 % der aktivierten Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgeschafft. Nun ist ein Abzug der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Waldes nur noch dann möglich, wenn der Gewinn durch Abholzung des stehenden Holzes realisiert wird. Dabei muss es sich um wesentliche Teile des aktivierten Waldes handeln, nicht um das Herausschlagen einzelner Bäume. Die Abschaffung der (pauschalen) Waldwertminderung hat insbesondere bei Forstkäufen in den Neuen Bundesländern erhebliche Nachteile. Die Rechtsprechung hat sich bereits in früheren Zeiten mit der Waldwertminderung befasst, aktuell nun das Finanzgericht Sachsen (FG Sachsen, Urteil vom 12. Mai 2004, 6 K 419/02, Revision eingelegt (Az. des BFH: IV B 100/04), EFG 2004 S. 1593).

Im Streitfall hatte ein Betrieb bei seinen Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft für das Wirtschaftsjahr 1999/2000 wie in den Vorjahren 3 % der Anschaffungs-/Herstellungskosten des Baumbestandes gewinnmindernd geltend gemacht. Das Finanzamt lehnte das ab. Dem folgte auch das Finanzgericht. Weder eine im Rahmen der Bestandspflege vorgenommene Jungdurchforstung noch der Eicheneinschlag stellten einen zu einer dauernden Wertminderung des stehenden Holzes führenden Kahlschlages wesentlicher Flächen dar, die zu einer Teilwertabschreibung berechtigten.

Das stehende Holz gehöre zu den nicht abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, wobei der gesamte Waldbestand oder ein nach objektiven Kriterien abgrenzbarer Teil des stehenden Waldes, nicht aber ein einzelner Baum das Wirtschaftsgut bilde. Der Waldbestand sei daher nicht abschreibbar, sondern nur einer Teilwertabschreibung zugänglich, soweit eine voraussichtlich dauernde Wertminderung des Wirtschaftsgutes vorliege. Das stehende Holz in seiner Gesamtheit nutze sich nicht ab. Im Gegenteil: Sein Bestand vermehre sich durch regelmäßigen Zuwachs. Umweltbedingte negative Einflüsse würden hierdurch ausgeglichen.

Unser Tipp: Nur wenn eine dauernde Wertminderung des stehenden Holzes vorliegt und es in diesem Zusammenhang zu einem Kahlschlag einer wesentlichen Fläche kommt, liegen hiernach Gründe für eine Teilwertabschreibung vor. Der Bundesfinanzhof wird sich allerdings mit der Frage der Abschaffung der Waldwertminderung auseinander zu setzen haben, da der Landwirt Revision eingelegt hat. Halten Sie daher Ihre Bescheide offen, wenn Sie grundsätzlich Waldwertminderungen geltend machen könnten.

Quelle: DLG-Mitteilungen 07.2005 (VDL ist Mitglied der DLG)

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