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Strom aus Wind deckt gesamten Strombedarf
Pressemitteilung vom 09.07.2004


Erstmals versorgt sich eine kleine Gemeinschaft ausschließlich aus erneuerbaren Energien: Zehn Haushalte auf der Insel Utsira vor der norwegischen Westküste beziehen seit Anfang Juli ihre Energie nur aus Windkraft und aus Wasserstoff, der mittels der Windkraft hergestellt ist. Mit dem Modellprojekt wollen die norwegische Regierung und Norsk Hydro, der zweitgrößte norwegische Öl- und Gaskonzern, ein aus erneuerbarer Energie lebensfähiges Versorgungssystem bauen. Mit diesem Versuch, der in den kommenden zwei Jahren gut fünf Millionen Euro kostet, soll der Einsatz von Wasserstoff als Energieträger fortentwickelt werden. Der deutsche Hersteller von Windturbinen, Enercon, ist dabei Partner. Norsk Hydro ist auch beteiligt an den Versuchen, in Island und in Hamburg jeweils drei Busse mit Wasserstoff zu betreiben. In Berlin will der Konzern im Herbst eine Tankstelle mit Wasserstoffgas öffnen.

Utsira, mit 240 Einwohnern die kleinste norwegische Gemeinde, liegt vor Haugesund: nur wenige Kilometer entfernt von Karmøy, wo eine Aluminiumschmelze von Norsk Hydro 4 Prozent der norwegischen Stromproduktion verbraucht. Auf der windreichen Insel Utsira kommt der größte Teil des Stroms aus Windrädern. Diese versorgen auch die Elektrolyse-Anlage, die Wasserstoff produziert. Dieser wird in einer Brennstoffzelle gelagert als Energiespeicher, wenn der Wind ausfällt oder zu stark wird für den Betrieb der Windräder. Wenn der Wasserstoffspeicher voll ist, wird die überschüssige Windenergie in das öffentliche Netz gespeist.

Während des Versuchs soll die Anlage "feinabgestimmt" werden, um zu verhindern, daß Glühbirnen wegen Überspannungen durchbrennen oder Kühlschränke und Computer ausfallen. Zudem will man sicherstellen, dass der Strom beim Übergang von einem Energieträger zum anderen gleichmäßig fließt, auch wenn die Haushalte vom öffentlichen Netz abgekoppelt werden. Mit seinem Versuch zielt Hydro zunächst auf abgeschottete Gebiete mit schwierigem und teurem Zugang zur konventionellen Stromerzeugung, die aber erneuerbare Energien wie Sonne oder Wind einsetzen können. Eine breit einsetzbare Wasserstoffwirtschaft erwartet Norsk Hydro frühestens in 25 Jahren.

Quelle: ENERCON, Aurich

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