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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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Nachrichten vom Energiemarkt
Pressemitteilung vom 03.07.2004


Bundesumweltminister Jürgen Trittin:

Mehr Diesel-PKW: „Wir werden dieses Jahr erstmals erleben, dass mehr neue Diesel- als Benzin-Personenfahrzeuge zugelassen werden. Es findet ein Umstieg auf ein in der Regel 15 bis 20 Prozent effizienteres Fahrzeug statt. Der Zusammenhang zwischen steigenden Preisen und zurückgehenden Emissionen im Straßenverkehr ist offensichtlich. Für die Gesamtbilanz des Klimaschutzministers ist das ein erfreuliches Indiz.“

Zum Ölpreis: „Einer vor allem wegen China weltweit steigenden Nachfrage steht ein nicht unendlich vermehrbares Angebot gegenüber. Das hat unweigerlich Folgen für den Preis. Marktkräfte zeichnen sich dadurch aus, dass sie weder dem bösen noch dem guten Willen offen sind. Die Entwicklung verändert und begünstigt aber die Entwicklung der erneuerbaren Energien. Ihre Wettbewerbsbedingungen verbessern sich. Wir sparen zur Zeit durch den Einsatz erneuerbarer Energien 55 Millionen Tonnen CO2. 2010 werden es an die 85 Millionen Tonnen sein. Umgelegt auf einen Strompreis für einen Betrag von einem Euro pro Durchschnittshaushalt pro Monat ist das eine sehr effiziente Form des Klimaschutzes.“

Klimawandel: „Im Verhältnis zu anderen Klimaschutzmaßnahmen ist das wenig. Der Klimawandel ist ja nicht Science Fiction. Sie ist heute schon Realität. Vor zwei, drei Jahren haben sie an der gesamten Nordseeküste die Deiche einen halben Meter erhöht. Das hat allein für die relativ kurze Küstenlinie von Schleswig-Holstein eine halbe Milliarde Euro gekostet. Übertragen Sie das mal auf die Küstenlinie von Bangladesh, dann wissen Sie, was uns bevorsteht, wenn wir nicht umsteuern. Dass wir diesen Prozess jetzt schon einleiten, hat Vorteile. Deutschland ist, was Technik und Ausbau der erneuerbaren Energien angeht, die absolute Nummer eins.“

Windräder: „Ich freue mich über die vielen Windräder. Der Ausbau und die Förderung der Windkraft wird nach allen Umfragen von der großen Mehrheit der Bevölkerung unterstützt - 80 % der Unterdreissigjährigen unterstützen ihn. Die Novellierung des Erneuerbare Energien-Gesetzes begünstigt den Ersatz alter Windkraft-Anlagen durch effizientere Anlagen. Bei einer Halbierung der Zahl der Turbinen lässt sich die Leistung mehr als verdoppeln. Gleichzeitig soll der große Zuwachs bei dieser Energie künftig offshore, also auf See, geschafft werden. Das Windkraft-Potential an Land ist noch längst nicht ausgeschöpft. Aber die Tendenz geht ganz klar dahin, mit weniger Anlagen mehr Strom zu produzieren. Wenn mir irgendjemand sagt, die erneuerbaren Energien seien eine Belastung für den Standort Deutschland, kann ich nur sagen: Schaut Euch an, was dort in den letzten Jahren an neuen Arbeitsplätzen geschaffen wurde -- einige zehntausend, netto wohlgemerkt!
Wir haben es mit einer Boombranche zu tun, die sicherlich geholfen hat und die nächsten Jahre helfen wird, die Bilanz des Wirtschaftsministers bei den Arbeitslosenzahlen zu verbessern.“

China: „Wir müssen einer Milliarde Menschen in den armen Ländern Zugang zu Energie schaffen. Was das bedeuten würde, wenn wir das allein mit fossiler Energie versuchten, können Sie sich vorstellen. China verbraucht inzwischen bereits halb soviel Öl wie Amerika. Die Chinesen schauen sich sehr genau an, wie wir versuchen, erneuerbare Energien in den Markt zu bringen. Ich bin überzeugt davon, dass China eines der Länder sein wird, die aufgrund des massiven Energiebedarfs, den sie haben, auch versuchen werden, diese Technologien für sich zu nutzen.“
(Nach einem Hörbericht im Deutschlandradio vom 30.Juni 2004)


Photopholtaik: Keine überstürzten Anlagenkäufe
Sachsen hat sein Förderprogramm für Photopholtaikanlagen eingestellt. Der Markt boomt auch so. Die Anbieter melden Lieferzeiten von bis zu 12 Monaten, der Markt ist total abgegrast. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Solarinformations- und Demonstrationszentrums Solid. Danach warnen Berater vor überstürzten Käufen, nur um 2004 noch ans Netz gehen zu können. Wie Ulrich Keymer von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft vorrechnet, sinkt zwar auf Grund der Degression die Vergütung einer 60 kWp-Anlage um 2,79 Ct auf 53,21 Ct/kWh, wenn die Anlage erst 2005 ans Netz geht.
Aber sinkende Modulpreise könnten dieses wieder ausgleichen, meinte er auf einer KTBL-Tagung. Derzeit liege die Rendite vor Steuern bei Anlagenpreisen von 4 300 €/kWp (netto, inkl. Montage) bei 2 bis 3 % bei Fremdfinanzierung. Doch allein bei 10% höheren Anlagenpreisen sinke die Rendite um ca. 1%. Berater raten dazu, trotz des Engpasses auf hohe Qualität der Module und Montage zu achten und ggf. auf niedrigere Preise zu warten.

Meldung aus „Solarworld“

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