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Milchbauern protestieren gegen Dumpingpreise
Pressemitteilung vom 03.07.2004


Die drei Großmolkereien Campina, Milchunion Hocheifel und Müller Milch sind in den Preisverhandlungen mit den Discountern eingeknickt

Deutschlands Milchbauern fürchten um ihre Existenzen, demonstrieren seit Wochen gegen die Dumpingpreise der großen Handelsketten. Sie machen vor allem die Discounter für den steten Rückgang der Milchpreise verantwortlich. Im April ist der Preis für den Liter Milch auf Erzeugerebene mit 27 Cent im Bundesdurchschnitt auf den niedrigsten Wert seit 1977 gefallen. Dabei kostet die Produktion im Schnitt 32 Cent.

Überproduktion an Milch
Die drei großen Molkereien Campina, Milchunion Hocheifel und Müller Milch sind eingeknickt in den Preisverhandlungen mit den Discountern.. Allerdings können die Molkereien, die auf Kontrake mit Aldi und Lidl angewiesen sind, Preiserhöhungen nur schwerlich realisieren. Alle Akteure auf dem Markt kennen die Überproduktion an Milch in der Europäischen Union. Und sie wissen, dass der starke Euro den Milchexport erschwert.
Auf der Suche nach Schuldigen kommt schnell die Subventionspolitik der EU ins Spiel. Sie diktiert mit einem Quotensystem, wieviel Milch ein Land erzeugen darf. Deutschland ist mit seinen 120000 Milchbauern der größte Produktionsstandort in der EU - und damit der größte Profiteur dieser Regelung. Ohne diese wäre der Milchpreis noch niedriger. Denn trotz der Quoten wird zuviel Milch produziert. Einige Milchbauern halten sich nicht an die zugeteilten Quoten. Die "schwarzen Schafe" liefern zu viel und kommen aufgrund einer Saldierung auf Kosten anderer gut weg.

Polen und Tschechien fordern höhere Quoten
8,2 Milliarden Euro des Produktionswertes aus der Tierhaltung stammen hierzulande aus der Milchproduktion, die damit den Spitzenplatz in der deutschen Landwirtschaft einnimmt. Jeder dritte Landwirt hat Kühe. Sorge bereitet, dass die neuen EU-Beitrittsländer, allen voran Polen und Tschechien, höhere Quoten fordern.

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