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    Bundesverband
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Klamroths Bubenstück
Der Reinfall mit einer „roten“ Arbeitsgemeinschaft in Sachsen
Pressemitteilung vom 28.06.2001


Dresden. Der Sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) hatte im vergangenen Jahr einen Vorschlag zur Verteilung des VdgB-Restvermögens unterbreitet, welches sich in Höhe von ca. 5 Mio. Mark (je neues Bundesland ca. 1 Mio.) im Hilfsfonds Ost befand bzw. sich teilweise noch doch befindet. Der Vorschlag von Staatsminister Flath hatte folgenden Wortlaut:

„... die zur Verfügung stehenden Mittel zu 80% auf die Mitgliedsverbände des Beirates Hilfsfonds Ost zu verteilen. Von diesen 80% erhält der Sächsische Landesbauernverband e.V. die Hälfte, die andere Hälfte der Verband der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen e.V. Die übrigen 20% werden zu gleichen Teilen an den Verband der Landwirte im Nebenberuf Landesverband Sachsen e.V., den Landbund Sachsen e.V. und den Landvolkverband Oberlausitz verteilt.“

Der VDL stimmte zu, der SLB lehnte ab. Der VDL stimmte „trotz großer Bedenken“ zu, denn der SLB habe widerrechtlich große Summen aus dem VdgB-Vermögen erhalten, die gegengerechnet werden müssten. Es handele sich dabei um Zahlungen, die politisch hoch explosiv seien und rechtsstaatlichen Grundsätzen widersprächen. Sie würden parlamentarischen bzw. gerichtlichen Überprüfungen nicht standhalten, so VDL-Präsident Dieter Tanneberger.

Der SLB lehnte ab, weil die Zahlungen an die mitgliederschwachen Bauernbund-Verbände unter Kurt-Henning Klamroth viel geringer ausgefallen seien, als der Flath-Vorschlag für den VDL in Sachsen vorsieht.

Die „großen Summen“, die der SLB mit Schützenhilfe des DBV erhalten hat:

- Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat den Sächsischen Landesbauernverband beschuldigt, sich als Rechtsnachfolger der VdgB gegenüber der Volksbank Chemnitz ausgegeben zu haben und die VdgB-Gelder der Ortsverbände der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe in Beutha, Erlbach, Leukersdorf, Lugau, Neuwürschnitz und Niederwürschnitz rechtswidrig eingezogen zu haben (Unterschriften: Rentzsch, Walda, Vogel und Ladenberger). „Durch die wahrheitswidrigen Angaben der Beschuldigten gegenüber der VoBa Chemnitz wurden die Gelder auf ein Konto des SLB überwiesen. Die Gelder wurden somit durch Täuschung erlangt. gez. Lehmann, Staatsanwalt“. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges! Insgesamt hat sich der SLB aus den über 1000 Orts-, Kreis- und Bezirksorganisationen der früheren VdgB in den Bezirken Karl-Marx-Stadt, Leipzig und Dresden ca 1.050.000 DM Bauerngeld rechtswidrig angeeignet.

- Der SLB hat auch für ein „Lausitzer Projekt“ 450.000 DM ohne Transparenz erhalten.

- Der SLB hat sich 500.000 DM zur Teilfinanzierung seiner Hauptgeschäftsstelle unter Vorspiegelung einer angeblich bevorstehenden Fusion zwischen VDL und SLB erschlichen.

Das sind alles sehr schwerwiegende Vorwürfe, so VDL-Präsident Tanneberger, die sich normalerweise kein zu Unrecht Beschuldigter öffentlich gefallen lässt. Nicht so der SLB und der DBV. Hätten diese doch mit dem VdgB-Vermögen „jede Menge Dreck am Stecken“. Der VDL warte bisher vergeblich auf eine Anzeige.

Klamroth und die Roten Barone!
Wie zu vernehmen war, leistete sich der Vorsitzende des Landvolkverbandes Sachsen-Anhalt, Kurt-Henning Klamroth auf der 11. Sitzung des Beirates des Hilfsfonds Ost am 6. Februar in Berlin ein „Bubenstück“. Ausweislich des Protokolls der Sitzung hat Klamroth mit dem roten sächsischen LPG-Verband SLB, eine „Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Interessenvertretungen im Freistaat Sachsen“ gebildet. Hauptziel: der VDL darf höchstens 10% des Restvermögens aus dem Hilfsfonds erhalten. Es ist schon tragisch! Als im November 1998 der Putsch gegen Tanneberger von Winzer (inzwischen zurückgetreten), Bader (inzwischen verstorben) und Jähnichen (inzwischen gestürzt) stattfand, glaubte Klamroth seine Zeit für gekommen, wie ein Phönix aus der Landbund-Asche zum alleinigen ostdeutschen Privatbauernführer aufzusteigen. Hilfreich sollte ihm dabei der gerade ins Amt gekommene Karl-Heinz Funke (SPD) sein, rühmte sich doch Klamroths „Generalsekretär“ (von was eigentlich?) Dettmer, bester Beziehungen zur SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.

Klamroths Anspruch auf Größe litt stets am finanziellen Mangel. Nun wollte er endlich seinen Teil aus dem VdgB-Vermögen, sprich: die Rest-Million für Sachsen-Anhalt. Das wäre ja insoweit auch nur rechtens gewesen, angesichts der Millionenverschiebung des VdgB-Vermögens unter Heereman und Sonnleitner an die Roten Barone im Ost-DBV. Dass aber Klamroth sich hierzu gerade derer bedient, die er ansonsten zu bekämpfen vorgibt, sagt viel über Skrupellosigkeit, Moral und Charakter. So war es Klamroth (und nicht etwa einer der fünf LPG-DBVer im Hilfsfonds), der 1999 Antrag stellte den Hilfsfonds aufzulösen und die 5 Millionen auszukehren. Sein neu gegründeter „Bauernbund“ brauchte wohl dringend Geld für Geschäftsführer und Sekretäre.

Dabei ist die Öffentlichkeitsarbeit des Bauernbundes mehr als dürftig. Ab und zu verhilft die Bauernzeitung, das frühere Zentralorgan DBZ, mal zu einer Meldung oder veröffentlicht einen Leserbrief des Generalsekretärs. Chronischer Mitgliederschwund und leere Verbandskassen konterkarieren jedoch gewisse Machtfantasien. Nun hat Klamroth soeben einige Mark aus dem Hilfsfonds erhalten und ist sogleich zu berufsständischen Verrätereien bereit. Der Landvolkverband hatte aber sowieso noch nie großes Interesse an organisierter Rechtsberatung der LPG-geschädigten Grundeigentümer und kleinerer Landwirte. Deswegen hält sich die Mitgliederzahl bei den Bauernbund-Verbänden auch so gering. Insider aber glauben von Landzuweisungen zu wissen, als man 1990 noch einen schwarzen Staatssekretär in Magdeburg hatte.

Klamm & roth
Doch zurück zum Beirat des Hilfsfonds. Er, Kurt-Henning, habe mit Karl-Heinz gesprochen, so tönte Klamroth im Beirat 1999. Dieser stünde als Schlichter zur Verfügung. Doch dann kam alles anders. Funke, ein ausgewiesener DBV-Mann, wollte und durfte einem Klamroth natürlich die Million nicht „schenken“. Klamroth stellte Strafanzeige gegen Sonnleitner, erstritt sich einen Vorschuss und musste schließlich nach Funkes Rücktritt mit insgesamt 190.000 DM zufrieden sein. Aber wenn schon verloren, dann darf der VDL in Sachsen natürlich nicht gewinnen. Deshalb das schwarz-rote Bündnis von Klamroth und Rentzsch! Die letzte Sitzung des Hilfsfonds im Februar 2001 wurde dann aber doch zur persönlichen Niederlage der Klamroth, Sonnleitner und Born. Diese hatten nämlich gemeinsam mit Rentzsch den Deal gegen Tanneberger eingefädelt. In der explosiven Diskussion stellte sich der brandenburgische Landesbauernpräsident Nieschke jedoch unerwartet auf die Seite des sächsischen VDL-Chefs. Der Beirat dürfe sich nicht in die Mittelverteilung in Sachsen einmischen. Als Tanneberger noch gerichtliche Schritte androhte, brach das ganze Kartenhaus zusammen. Auch der Vertreter der Bundesregierung, Prof. Dr. Schlagheck, verbat sich die Rüpeleien von Klamroth, der mit seinen egomanen Ausfällen bislang noch stets zum Problem in vielen Sitzungen des Hilfsfonds geworden ist. Man denke nur an seine fatale Haltung bei der Abstimmung zur Stasi-Überprüfung im Beirat, als er einem entsprechenden VDL-Antrag die Zustimmung verweigerte. Warum wohl?

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