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DBV-Bauerntag 2007
Pressemitteilung vom 28.06.2007


DBV-Präsident Gerd Sonnleitner hat zum Start des Deutschen Bauerntages in Bamberg vor der Kürzung von EU-Beihilfen gewarnt.
"Wir brauchen die Gelder. Die Landwirtschaft hat sich noch nicht so erholt", sagte Sonnleitner der Deutschen Presse-Agentur dpa vor dem Deutschen Bauerntag in Bamberg. „Es darf nicht umgeschichtet werden, das ist bis 2013 versprochen." Die Bauern wüssten dabei Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) an ihrer Seite.
EU- Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel will den Bauern in Europa von 2009 an direkte Beihilfen in Milliardenhöhe kürzen, die in die ländliche Entwicklung fließen sollen. Derzeit werden 5 Prozent der direkten Beihilfe in andere Wirtschaftszweige auf dem Land umverteilt. Nach den Plänen Fischer Boels soll der Satz von 2009 an pro Jahr um einen Prozentpunkt bis 2013 auf 10 Prozent steigen.
Die Finanzhilfen sind auf dem Bauerntag ebenso Thema wie das Auslaufen der EU-weiten Milchquote 2015. Seehofer hatte Unterstützung für Milchbauern in Aussicht gestellt. Mit 24 Millionen Tonnen im Jahr sind die deutschen Bauern Europas größter Milchlieferant.

Marktverbesserungen kommen bei den Milchbauern an
Aufgrund der deutlichen Erhöhung der Verkaufspreise für Produkte wie Milch, Joghurt und Quark habe das Molkereiunternehmen Campina angekündigt, seinen Vorschuss-Milchpreis ab August dieses Jahres um 5 ct/kg zu erhöhen. Darauf hat der Deutsche Bauernverband (DBV) hingewiesen. Bereits in der aktuellen Milchgeldabrechnung hätten einige Unternehmen ihre Milchpreise gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres deutlich erhöht, teilte der DBV mit. Humana und die Milchunion Hocheifel (MUH) hätten den Milchpreis um 2 ct/kg erhöht, die Hochwald Nahrungsmittel-Werke Thalfang um 2,5 ct/kg. Die zur Müller-Gruppe gehörende Sachsenmilch AG, Leppersdorf, habe 2,75 Ct/kg aufgeschlagen, die Molkerei Ammerland sogar 3,5 ct/kg.
Der DBV wertete die Preiserhöhungen als ermutigende Signale für die deutschen Milchproduzenten. Die jetzt erfolgten Preisverbesserungen stellten die Basis für weitere notwendige Milchgelderhöhungen in der zweiten Jahreshälfte 2007 dar. Laut Darstellung des DBV erwartet der Milchindustrie-Verband (MIV) wegen der bisher erzielten Preisanhebungen für Milchbasisprodukte wie beispielsweise Konsummilch, Butter und Quark im Jahresdurchschnitt 2007 einen Milchauszahlungspreis von 30 ct/kg bis 31 ct/kg. Gegenüber dem Vorjahresniveau seien damit Preisanhebungen zwischen 2,6 c/kg und 3,6 ct/kg zu erwarten.

Milchquote fällt 2015 weg
Nach einem Bericht des FOCUS wird es die Milchquotenregelung nur noch bis 2015 geben. Eine Verlängerung der Regelung habe kaum Chancen, weil es in der EU eine Sperrminorität gegen die Milchquote gebe. Vor allem Großbritannien, Dänemark, Niederlande, Schweden, Italien und einige Neumitglieder seien gegen die Fortführung der Quote. «Sogar bei uns im Verband sind viele Regionen für deren Wegfall", sagte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner. Viele Landwirte seien dann für den Wegfall der Quote, wenn es flankierende Ausgleichsprogramme gebe. «Das können Übergangsgelder oder eine zusätzliche Grünlandprämie für Bauern sein, die aus der Milchwirtschaft aussteigen», betonte Sonnleitner. Die Delegierten auf dem deutschen Bauerntag in Bamberg werden über die Milchmarktpolitik «mit klarer Mehrheit» entscheiden.
Mit der Milchquote erhalten die Agrarbetriebe ein bestimmtes Milchkontingent zugeteilt. Landwirte können nur die im Kontingent zugewiesene Milchmenge an Molkereien verkaufen oder direkt an Verbraucher vermarkten. Für darüber hinaus erzeugte Milchmengen sind Abgaben an die EU zu zahlen. Die Regelung soll die Milch-Überproduktion begrenzen.

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