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Heiligendamm:
Felder und Wiesen wurden zu Toiletten für Tausende
Pressemitteilung vom 28.06.2007


Als die Globalisierungsgegner beim G-8-Treffen in Heiligendamm gegen den Hunger in der Welt demonstrierten, zertrampelten sie gleichzeitig Getreidefelder und ließen die Gatter achtlos durchquerter Weiden offen, berichtet die Schweriner Volkszeitung. Felder und Wiesen wurden zu Toiletten für Tausende. Ein Hochsitz wurde kurzerhand abgesägt und zu Brennholz für ein Lagerfeuer verarbeitet. Was noch immer an Flaschen, sonstigem Unrat bis hin zu Fahrrädern in den Feldern herumliegt, kann zu Schäden an den Erntemaschinen führen. Und die Ernte steht unmittelbar bevor. Sie dürfte sogar gut ausfallen. Es gab Sonne und Regen im schönen Wechsel.

„Die Demonstranten, die Gutmenschen, Naturschützer und Weltverbesserer, sie spazieren so unschuldig auf meinem Feld herum, als wäre es der Garten Eden“, sagte einer der Bauern. Bislang beläuft sich nach einer ersten Schätzung der Schaden auf 35.000 Euro. Betroffen sind acht Betriebe und ein Jäger. Im Überschwang der Globalisierungskritik hatten die Demonstranten sogar versprochen, den Bauern den Schaden zu ersetzen. Bald hieß es aber, die Bauern hätten das hinzunehmen, schließlich ginge es um die Ausübung des Demonstrationsrechts. Die Landwirte sind uneins, wem sie nun eigentlich die Schuld geben sollen. Einige sagen: Schuld ist die Polizei. Sie habe die Demonstranten auf der Straße nicht durchgelassen, weshalb sie auf die Felder hatten ausweichen müssen. Außerdem hätten auch Polizisten die Felder als Toiletten benutzt und Polizeihubschrauber seien im Korn gelandet.

Der Präsident des Landesbauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Rainer Tietböhl, forderte einen schnellen finanziellen Ausgleich für die Flurschäden. Man sei mit dem Land im Gespräch, heißt es beim Bauernverband. Ministerpräsident Ringstorff (SPD) hatte unmittelbar nach dem Ende des G-8-Gipfels den Bauern Hilfe zugesagt. Die Bauern im Land seien noch nie im Stich gelassen worden. Er wollte verhindern, dass über niedergetrampelte Felder gesprochen wird. Rings um Heiligendamm hält dennoch das Staunen darüber an, was der Kampf gegen Globalisierung so alles anrichten kann.

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