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Rentzsch erneut SLB-Präsident
„Sture Haltung von Kommissar Fischler zur Einführung der Agrarreformvorschläge sind aktueller Beweis für bauernfeindliche Politik“ / Härtere Gangart gegenüber Landes-, Bundes- und EU-Agrarpolitik angekündigt
Pressemitteilung vom 26.06.2003




Am 18. Juni fand die Landesmitgliederversammlung des Sächsischen Landesbauernverbandes in Groitzsch mit der Wahl des neuen Landesvorstandes statt. 139 Delegierte wählten acht Landwirte in das Gremium. Zum Präsidenten wurde Frank Rentzsch (59) - Vorgebirgsmilch- und Schlachtvieh-Genossenschaft Rippien i.L. für weitere vier Jahre wiedergewählt. Er steht seit der Gründung des SLB im Jahre 1991 an der Spitze des Verbandes.

1. Vizepräsident ist wiederum Wolfgang Vogel (51), Bauernland GmbH Beiersdorf/Grimma. Weitere Vizepräsidenten: Udo Böhme (45), Methauer AGRO-AG und Gerd Pfaff (59),Gahlenz. Weitere Vorstandsmitglieder: Rolf Bobe (55), Agrarproduktion "Zur Bastei" GmbH &Co.KG Lohmen, Claudia Lohmann (40), Landw. Produktions- und Handels-GmbH &Co.KG, Elsterheide, Martin Umhau (43), Oschatz und Gerhard Förster (48), Agrargenossenschaft "Unteres Sächsisches Elbtal" Kreinitz.

Rentzsch kündigte in seinem Tätigkeitsbericht sowie im Schlußwort eine härtere Gangart gegenüber der Landes-, Bundes- und EU-Agrarpolitik an. Die jetzige Agrarpolitik benachteilige den deutschen und den sächsischen Agrarstandort, vertreibe die Wertschöpfung im ländlichen Raum aus Deutschland, vernichte Arbeitsplätze und sei Verbrauchertäuschung.

Die jüngsten Ankündigungen aus Brüssel und die sture Haltung von Kommissar Fischler zur Einführung der Agrarreform seien ein aktueller Beweis für die bauernfeindliche Politik. Hier müsse es zu einer Politikwende kommen.

Rentzsch´s Agrarbetrieb in Rippien bei Dresden, mit 2000 Milchkühen und 3000 Hektar Land, einer von über 100 in Sachsen nicht rechtmäßig umgewandelten LPGen, war im vergangen Jahr im Genossenschaftsregister beim AG Dresden unter GnR 20G, lfd. –Nr. 1. Sp. 6 b gemäß §§ 147, 142 FGG von Amts wegen gelöscht worden und befindet sich in Liquidation. Der Betrieb des Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ist vom BGH „als nicht aus einer gesetzlichen LPG-Umwandlung hervorgegangen“ festgestellt worden. Für Rentzsch und seine Genossen im DBV ist diese zumindest moralische Schmähung nicht eben ehrenrührig. Im Gegenteil. Die Solidarität der Kommunisten und ihr klassengeprägtes Feindbild war schon immer sprichwörtlich. Daran hat sich offenbar nichts geändert.

Wäre die Abwahl von Rentzsch doch auch vielleicht ein Eingeständnis des moralischen Verfalls des DBV im Osten gewesen. So aber schließt man die Reihen fester und seine Wiederwahl als Sonnleitners Stellvertreter, die demnächst ansteht, dürfte so gut wie sicher sein.

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