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Und Bautzen?
Pressemitteilung vom 15.6.2006


In die Diskussion über das Votum der Fachleute-Kommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat sich nun auch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten eingeschaltet. Zwar sei es zu begrüßen, dass das Gremium eine „wichtige und überfällige Diskussion“ in Gang gesetzt habe. Allerdings erstaune es, dass in den Empfehlungen der Kommission ausgerechnet jener historische Ort fehle, der im kollektiven Gedächtnis sowohl der Deutschen als auch über die Landesgrenzen hinaus bis heute synonym für die Repression der Diktatur in SBZ und DDR steht: Bautzen.

Die Stiftung erinnert in einer ausführlichen Stellungnahme daran, dass das Bautzener Speziallager das Lager der Widerständigen war, die gegen die Sowjetisierung der SBZ aufbegehrten. Bautzen II (auch „Mielkes Privatknast“ genannt) war die einzige Vollzugseinrichtung der DDR, die der Staatssicherheit unterstand. Dort saßen unter anderem „Staatsverbrecher“ wie der Schriftsteller Erich Loest oder die Publizisten Rudolf Bahro und Walter Janka ein. „Aus historischer Sicht ist Bautzen in einem Atemzug mit „Gerade in den ländlich bis kleinstädtisch geprägten Regionen muß die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur gefördert werden, da hier die Verharmlosung der DDR besonders ausgeprägt ist“, heißt es in der Stellungnahme der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Die SED-Diktatur sei trotz ihres zentralistischen Charakters an allen Orten im Land für die Menschen erfahrbar gewesen, und sie sei an vielen Orten von Individuen und Gruppierungen geschwächt und letztlich zu Fall gebracht worden.

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