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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Neuer Dachverband für die Öko-Branche
„Bund der ökologischen Lebensmittelwirtschaft“ soll Ende Juni Nachfolger von Agöl, des zerstrittenen Dachverbandes werden
Pressemitteilung vom 20.06.2002


Wie Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (Agöl), der FAZ sagte, werden sich in dem neuen Dachverband Erzeuger, Verarbeiter und Händler zusammenschließen. Der neue „Bund der ökologischen Lebensmittelwirtschaft“ soll sich vor allem dem Aufbau einer funktionierenden Kommunikationsstruktur widmen. Das sei eine der wichtigsten Konsequenzen aus dem Nitrofen-Skandal, weil verschiedene Beteiligte schon früh informiert gewesen seien, wegen mangelnden Austausches es aber an der richtigen Bewertung gefehlt habe. Außerdem wolle man die gemeinsamen Interessen der im Öko-Bereich Wirtschaftenden gegenüber den Politikern vertreten, so gegenüber der EU-Kommission in Brüssel, die die Normen für den ökologischen Landbau in Europa setzt. Zudem soll der neue Dachverband Gutachten und Expertisen zu wissenschaftlichen Fragen in Auftrag geben, die für alle Mitglieder von Belang sind. Das könnten beispielsweise Untersuchungen zur ökologischen Lagerhaltung sein, die auch hier auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichten muss. Um diese Aufgaben wahrnehmen zu können, wird es außer einem Vorstand, bestehend aus fünf Mitgliedern, eine Geschäftsstelle in Berlin geben. Mit der Gründung des neuen Branchenverbands wird die Agöl aufgelöst werden. In der Agöl waren nur die ökologischen Landbauverbände zusammengeschlossen, Verarbeiter und Händler fehlten. Als die Agöl vor 13 Jahren gegründet wurde, gab es weder Naturkostketten noch Ökolebensmittel in Supermärkten. Hinzu kam, dass auf dem Höhepunkt der BSE-Krise im Februar vergangenen Jahres Bioland und Demeter, der größte und älteste Verband, aus der Agöl ausgeschieden waren. Deshalb, so Löwenstein, habe er als Vorsitzender der Agöl darauf hingearbeitet, eine neue Interessenvertretung zu gründen. Das sei nun gelungen, Ende Juni werde die Gründungsversammlung stattfinden, sagte Löwenstein. Dort werde der Vorstand gewählt werden, dem Repräsentanten der verschiedenen Mitglieder, also der Anbauverbände, der Verarbeiter, des Groß- und Einzelhandels, angehören sollen. Er selbst werde für den Vorsitz kandidieren. Neben allen Öko-Landbauverbänden haben auch Händler wie der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) und Verarbeiter wie Alnaturra und Frosta AG signalisiert, sich dem Bund der ökologischen Lebensmittelwirtschaft anzuschließen.

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