• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Überraschendes Ergebnis der Sozialwahlen
Private Verbände obsiegen in Hönow
Waldbesitzer, Nebenerwerbslandwirte und VDL erreichen 7 von 12 Sitzen
Pressemitteilung vom 14.06.2005


Die Sozialwahlen 2005 in der Gruppe der „Selbständigen ohne fremde Arbeitskräfte“ (SofA) haben bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Mittel- und Ostdeutschland (LBGMOD) in Hönow bei Berlin einen überraschenden Sieg der privaten Landwirte- und Waldbauernverbände und eine herbe Niederlage der ostdeutschen DBV-Agrarverbände erbracht.

So haben der Sächsische Waldbesitzerverband (3 Sitze), der Bundesverband der Nebenerwerbslandwirte (3 Sitze) und der VDL ( 1Sitz) insgesamt 58,33 % der Stimmen auf sich vereinigen können. Die ostdeutschen DBV-Agrarverbände erhielten dagegen nur 5 Sitze und können somit den zu wählenden Vorstand nicht wie bisher beliebig dominieren. Waldbesitzer und Kleinbauern können sich nun mit ihren Mehrheiten gegenseitig in den Vorstand wählen und damit die soziale Ausrichtung der LBGMOD neu justieren.

Die Wahlbeteiligung war mit 54% bzw. über 27.000 abgegebenen Stimmen außerordentlich hoch. Damit ist auch die Legende widerlegt, die Sozialwahlen wären anonym und fänden nur wenig Interesse bei den Versicherten.

Aus einer ersten Analyse geht hervor, daß der einzelne Versicherte wohl so gewählt hat, wie es seinem persönlichen Status als Waldbesitzer oder Landwirt entsprach. Da es allein in Sachsen über 50.000 Waldbesitzer gibt und in Ostdeutschland über 25.000 Nebenerwerbslandwirte, aber nur ca. 10.000 Haupterwerbslandwirte (SofA), überrascht das Ergebnis insofern nicht.

Daß die erste und seit über 40 Jahren bisher einzige demokratische Wahl seit Bestehen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften in Deutschland überhaupt hat stattfinden können, ist einzig dem Beharren des VDL und seines Präsidenten Dieter Tanneberger zu verdanken. Die „Altgenossen“ in der nun abgewählten Vertreterversammlung wetterten denn auch gegen sein „Nein“ zu dem bisherigen „Kungeln und Setzen“. Er dürfte damit ein Stück Sozialgeschichte geschrieben haben. In der Bauernzeitung und selbst im Organ der LBG „Sicher Leben“ war Tanneberger deswegen Anfeindungen der Altgenossen ausgesetzt:

Der Deutsche Bauernverband (DBV) wollte unbedingt den VDL-Chef als Mitglied in der Vertreterversammlung verhindern. Nun fällt Tanneberger möglicherweise sogar die Rolle des Züngleins an der Waage zu, denn weder die 6 Stimmen von Waldbesitzern und Nebenerwerbslandwirten, noch die 5 Stimmen der vereinigten Agrarverbände genügen zur erforderlichen Mehrheit in der Vertreterversammlung.

zurück