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Schönredner und Helfershelfer der DDR-Diktatur
Von Jürgen Schmidt-Pohl, Schwerin
Pressemitteilung vom 07.06.2001


Zur Rezension „Politische Bücher“ FAZ vom 21. Mai: Für die aus der DDR-Haft Freigekauften und in den siebziger und achtziger Jahren in die Bundesrepublik Gekommenen war es schwer, sich damit abzufinden, dass dort, im „feien Westen“, kaum noch etwas von dem galt, was sie für ihren Freiheitsdrang und ihre Opposition gegen den real existierenden Sozialismus, vor allem in dessen Zuchthäusern, erleben mussten. Besonders unerträglich war es für diese Menschen, wenn an Universitäten, auf Ämtern und bei gelegentlichen Diskussionen zum Thema „DDR“ sogenannte Insider ihnen Lüge und Verdrehung aus ihrem persönlichen Erleben vorwarfen oder wenn ihnen „unwissenschaftliches“ Arbeiten vorgehalten wurde, weil sie die eigene Empirie einbrachten. Es war die Zeit der „Entspannungspolitik“, die „Achtundsechziger“ dominierten allmählich Lehre und Forschung, und die Medien zeigten immer weniger den Repressionscharakter des SED-Regimes. In dieser Situation geschah Wolfgang Welsch das, was vielen von uns geschah: Er wurde zum Hassobjekt von SPD-Roten und kommunistisch Roten, die damals schon Bündnisse an den Universitäten eingingen. Welsch war abermals „Störenfried“ geworden, diesmal im Westen. Und er störte beispielsweise die Interpretation des Rezensenten, des ehemaligen Präsidenten des Gesamtdeutschen Instituts, und der Bonner Bundesbehörde, wenn er in Veranstaltungen der politischen Bildung über verbrecherische und menschenverachtende Zustände in DDR-Zuchthäusern sprach. Denn diese Worte, das weiß ich nur allzu genau aus eigener Erfahrung, waren damals kaum noch opportun. Es ist schon mehr als skandalös, dass westdeutsche Dienststellen wie das Gesamtdeutsche Institut, das Innerdeutsche Ministerium oder Flüchtlingsämter wieder Akten über die aus Stasi-Haft in den Westen Entlassen und deren nun westdeutsche Biografie anlegten. In dem Buch „Jenseits von Recht und Menschlichkeit“ schildert Kurt Tappenbeck die Situation seiner Haftjahre in mehreren DDR-Gefängnissen während der fünfziger Jahre. Auch er schrieb über „Tigerkäfige“ in diesen Zuchthäusern. Da der Autor nach Haftverbüßung 1958 in die Bundesrepublik flüchten konnte, waren dem westdeutschen Staat sehr wohl die Lage der politischen Häftlinge und die Praxis in den DDR-Zuchthäusern bekannt. Es bleibt mir eigentlich nur zu fragen, ob nicht endlich die „Rosenholz“-Daten der Stasi von der CIA an Deutschland zurückgegeben werden,, damit die Schönredner und Helfershelfer der SED-Diktatur in der Bundesrepublik endlich benannt werden können und sie nicht weiter ihr Gift der Desinformation und Ehrverletzung gegen integre Widerständler der SED-Diktatur verspritzen können.

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