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Zum Anschlag von Gentechnik-Gegnern auf das Julius-Kühn-Institut in Dresden-Pillnitz erklärt Umweltminister Frank Kupfer:
Pressemitteilung vom 04.06.2009


„Hoffentlich sind die selbsternannten Retter von Mensch und Umwelt zu Fuß nach Pillnitz gelaufen, waren mit einem Fell bekleidet und haben die 270 Bäume mit dem Faustkeil abgehakt. Das ist nämlich die Konsequenz aus Fortschrittsfeindlichkeit. Hätte die Menschheit niemals Neues gewagt, dann würden wir heute noch wie Affen auf dem Bäumen herumturnen“.

„Für die Grüne Gentechnik sprechen klare Fakten: höhere Erträge und Pflanzen, die weniger anfällig für Krankheiten und Ungeziefer sind. Unterm Strich kann das den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sparen. Und das hilft der Umwelt.

Wenn wir die Forschung nicht vorantreiben und zulassen, dann werden es andere Länder tun. Wissenschaftler werden dorthin abwandern, wo sie forschen dürfen. Die Ergebnisse der Forschung müssen wir dann teuer einkaufen.

Wer nach dem Anschlag jubelt, Dresden sei gentechnikfrei, der wird morgen weitermachen. Auch ohne Forschung und Anbau in der Landwirtschaft ist Gentechnik längst eine alltägliche Angelegenheit. Ob bei Impfstoffen gegen Kinderlähmung und Keuchhusten, bei Insulin, bei Waschmitteln und bei unzähligen Lebensmitteln - Tag für Tag kommen wir mit Gentechnik in Berührung. Sind also als nächstes die Apotheken und Krankenhäuser dran?

Ohne Zweifel: Neue Technologien – wie eben die Grüne Gentechnik - können auch neue Risiken mit sich bringen. Diese nehme ich ernst. Risken müssen erforscht und minimiert werden. Allerdings auf wissenschaftlicher Grundlage, nicht mit ökologischem Schaum vor dem Mund.

Was in Pillnitz passiert ist, ist einfach nur kriminell. Ich erwarte ein konsequentes Vorgehen gegen die Täter, und das mit aller Härte. Der Schaden liegt bei 700.000 Euro. Zehn Jahre Forschung sind umsonst. Die Täter müssen dafür zur Verantwortung gezogen werden, bis zum letzten Cent!“

Hintergrund:
Wie heute bekannt wurde, waren unbekannte Täter am Wochenende auf dem Gelände des Julius-Kühn-Instituts in ein Zelt eingedrungen und hatten dort 274 Apfelbäume zerstört. Es handelte sich sowohl um gentechnisch veränderte Pflanzen, aber auch um Kontrollpflanzen. Der Schaden liegt nach erster Einschätzung des Instituts bei rund 700.000 Euro.

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