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Haberfeldtreiben gegen „Gen-Horst“
Tanneberger greift Justizministerin Merk an - 28 ct/Liter Milch wie in Frankreich gefordert
Pressemitteilung vom 05.06.2009


Haberfeldtreiben gegen „Gen-Horst“ Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat am 03.06.2009 vor der Münchner Staatskanzlei ihr 2. so genanntes Haberfeldtreiben abgehalten. Gut 650 Bauern in langen Gewändern, mit Hüten und falschen Bärten hatten sich Pressemeldungen zufolge aus Wut über die aktuelle Politik versammelt. Anlass ist für sie der Streit um die nichtüberlebensfähigen Milchpreise, die grüne Gentechnik sowie die Zwangsimpfung von Rindern gegen die Blauzungenkrankheit.

Das aktuelle Haberfeldtreiben aber richtet sich vor allem gegen Ministerpräsident Horst Seehofer, den frühren Bundeslandwirtschaftsminister, der von der AbL als „Gen-Horst“ bezeichnet wurde und gegen die als seine „Magd“ bezeichnete Nachfolgerin in Berlin, Ilse Aigner.

Schon im November 2008 veranstalteten ca. 2.500 Bauern ein Haberfeldtreiben gegen den Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner im niederbayerischen Ruhstorf, unweit von Sonnleitners Hof. Das Haberfeldtreiben gegen Sonnleitner richtete sich damals gegen seine Für-und-Wider-Haltung in Sachen Milchstreik und gegen die vom Bundesrat beschlossene Erhöhung der Milchquote.

Im Vorfeld distanzierten sich bereits der Deutsche Bauernverband und der Bund Deutscher Milchviehhalter von der geplanten Aktion der AbL. Die bayerische Justizministerin Beate Merk kritisierte ebenfalls das Haberfeldtreiben. Es sei völlig inakzeptabel und gehöre nicht in eine Demokratie, so Merk.

Dieter Tanneberger, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Landwirte, der vor allem in Ostdeutschland wirksam ist und sich als Gegenpart zu den LPG-nahen Verbänden des Deutschen Bauernverbandes versteht, widersprach Merk. Wer wie die bayerische CSU-Justizministerin eine Bauerndemo als „nicht in eine Demokratie“ gehörig bezeichnet, müsse sich selbst nach seinem intakten Demokratie-Verständnis fragen lassen. Dass auch der Bund deutscher Milchviehhalter sich von der AbL-Aktion distanziere, sei enttäuschend, so Tanneberger. Damit gäbe man erneut der Politik ein falsches Signal der Zerstrittenheit der Verbände außerhalb des Deutschen Bauernverbandes.

Frau Merk solle besser im bajuwarischen Kabinett dafür sorgen, dass statt einer Lachnummer von 25 € pro Kuh, 250 € gezahlt wird. Das wäre die richtige Arithmetik! Damit käme man zu einem angemessenen „Mindestlohn“ für Milchbauern.

Sie könne sich auch ein Beispiel nehmen am französischen Präsidenten Sarkozy, der dem Druck der französischen Milchbauern am 04.06.2009 nachgegeben hat und nunmehr 28 ct Mindestvergütung pro Liter im Minimum zahlt.


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