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    Bundesverband
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Fläche schafft Einkommen
Sachsens Agrargenossen mit 10,3%iger Einkommenssteigerung
Pressemitteilung vom 05.06.2003


Dresden. „Sachsens Landwirte haben mehr verdient“, mit dieser unglaublichen Schlagzeile überraschte Steffen Flath, Umwelt- und Landwirtschaftsminister in Sachsen, die deutschen Agenturen, die Armenhäusler im politischen Berlin und die angeblich so gesegneten Bauern selbst, die von so hohen Einkommen eigentlich nichts wissen. „Glaube nur der Statistik, die du selber gefälscht hast!“

Während die deutsche Landwirtschaft im abgelaufenen Wirtschaftjahr 2001/2002 Ertragseinbußen hinnehmen musste, konnten die sächsischen Landwirte zulegen. So erhöhten sich die durchschnittlichen Einkommen je Arbeitskraft bei den Personengesellschaften (GbR, KG, OHG) um 0,9 Prozent auf 26.782 Euro, bei den Haupterwerbsbetrieben um 3,8 Prozent auf 23.828 Euro und bei den juristischen Personen (Genossenschaften, GmbH) um 10,3 Prozent auf 24.059 Euro. "Die höchsten Einkommenssteigerungen konnten reine Ackerfruchtbetriebe erzielen, wohingegen bei viehhaltenden Unternehmen die Einkommen sogar rückläufig waren", sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath am Mittwoch, 4. Juni, in Diehmen bei Bautzen. Für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2002/2003 schloss Flath eine Verschlechterung der Ertragslage nicht aus. Als Gründe nannte der Minister die ungünstige Witterung im Winter und Frühjahr sowie sinkende Milchpreise. Die unterschiedliche Einkommensentwicklung zwischen den Ackerbaubetrieben und den tierhaltenden Unternehmen spiegelt sich laut Flath auch in der Investitionstätigkeit wider. Während reine Marktfruchtbetriebe im Wirtschaftjahr 2001/2002 zum Teil kräftig investierten, verzeichneten Viehbetriebe eine rückläufige Investitionstätigkeit. "Diese Entwicklung ist bedenklich, stellen tierhaltende Betriebe in strukturschwachen Regionen doch einen Großteil der Arbeitsplätze", so Flath. In diesem Zusammenhang bezeichnete der Minister Bestrebungen der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für die deutsche Viehwirtschaft weiter zu verschlechtern als "fatal". So lehnt er den derzeitigen Entwurf der Schweinehaltungsverordnung strikt ab. "Wir können über mehr Platz für Schweine reden, aber dann bitte im europäischen Konsens und nicht im deutschen Alleingang", sagte Flath. In Sachsen bewirtschaften 6 304 Landwirtschaftsbetriebe (ohne Gartenbau und Spezialbetriebe) 919 290 Hektar (ha), davon 725 150 ha Acker- und 187 820 ha Grünland. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt bei den juristischen Personen 1028 ha, bei den Personengesellschaften 293 ha und bei den Hauptwerbsbetrieben 111 ha.

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