• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Die deutschen Öko-Verbände
Pressemitteilung vom 06.06.2002


Es gibt in Deutschland derzeit 9 Öko-Verbände: Bio-Land, Biokreis, Biopark, Naturland, Demeter, Anog, Ecovin, Gäa und Ökosiegel. Der älteste Verband ist Demeter, dessen Vorläufer, die „Verwertungsgenossenschaft für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsmethode“, bereits 1927 gegründet wurde.

Der größte Verband ist Bio-Land, dem zur Zeit 4.200 Betriebe mit einer bewirtschafteten Fläche von 154.000 Hektar angehören. Gäa und Biopark sind vor allem in Ostdeutschland vertreten. Ökosiegel und Anog sind die kleinsten Verbände mit 22 beziehungsweise 59 Betrieben, die 2001 entgegen dem Trend Mitglieder verloren haben.

Im Frühjahr 2001 kriselte es in der Dachorganisation „Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau“ (Agöl). Weil der Dachverband angeblich zuwenig Lobbyarbeit leistete, verließen Demeter, Bioland und Biopark die Dachorganisation.

Der ökologische Landbau wird seit 1989 in Deutschland gefördert. Zunächst erhielten die Betriebe nur in der sogenannten Umstellungsphase besondere Fördermittel. In dieser drei Jahre dauernden Zeit müssen die Landwirte bereits nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus produzieren und so etwa auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichten. Doch dürfen sie in dieser Zeit ihre Produkte nur zu denselben Bedingungen wie konventionell hergestellte vermarkten. Um den höheren Aufwand und geringeren Ertrag bei gleichbleibenden Verkaufspreisen auszugleichen, wurden die sogenannten Umstellungsprämien gewährt. Seit der von Verbraucherschutzministerin Künast angekündigten Agrarwende wurde die Förderung des ökologischen Landbaus und dessen Vermarktung verbessert: Zur Kennzeichnung der Produkte führte man ein einheitliches Bio-Siegel ein. Dabei wurden die weniger strengen EG-Verordnungen zum Maßstab erklärt, was die Öko-Verbände verärgert. Sie führen deshalb nach wie vor ihre eigenen Öko-Siegel zusätzlich auf ihren Produkten. Die anerkannten Öko-Landwirte werden mit höheren Prämien für ihr ökologisches Wirtschaften belohnt. Statt der zusätzlichen 100 Euro pro Hektar Ackerfläche gibt es 160 Euro, in der Umstellungsphase sogar 260 Euro. Die Kosten für den Öko-Landbau werden zur Hälfte von der EU (in den neuen Bundesländern zu 75 Prozent) getragen. Den verbliebenen nationalen Anteil übernimmt das jeweilige Bundesland ganz, wenn nicht der Bund mit 60 Prozent im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung des Agrar- und Küstenschutzes“ einspringt.

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