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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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LPG-Unrecht in Thüringen
Pressemitteilung vom 23.05.2001


„Die ackern unsere Wege weg und sogar die Saat!“ Der Kampf einer Agrargenossenschaft in Thüringen gegen zwei Landwirte, die wieder selbständig sein wollen, nimmt groteske Züge an. Die Zwillingsbrüder Ulrich und Karl-Heinz Hölbing (50) werden von der früheren LPG schikaniert – seit sie 1991 zu den ersten der 412 Genossenschaftsbauern gehörten, die ihren Austritt erklärten und ihr Eigentum zurückforderten. Zunächst gab man sechs Jahre lang nur fünf Prozent des Hölbing-Landes frei. Dann mussten die Brüder auch noch um die Vermögensauszahlung klagen. Ulrich Hölbing, heute Invalidenrentner: „Erst im November 2000 bekamen wir unser Recht beim Oberlandesgericht“, (Aktenzeichen Lw U 1126/00): Die Agrargenossenschaft muss rund 30 000 Mark nachzahlen. „Damit ist bewiesen, dass wir beim LPG-Austritt glatt betrogen wurden!“ Die Familie könnte jetzt friedlich ihr Feld bestellen – wären da nicht diese Schikanen. „Als wir im Sommer Stroh gepresst haben, kamen zwei Traktoristen der Genossenschaft angerannt“, berichtet Ulrich Hölbings Sohn Benno (14). Sie haben uns beschimpft, und einer hat sogar gedroht: „Du kriegst gleich eins auf die Schnauze!“, denn die Genossenschaft glaubt, dass Gemeindewege nur für sie da sind. Benno und sein zehnjähriger Bruder werden jetzt täglich zum Schulbus gebracht, aus Angst! Wildwest im Osten: Für den halben Hektar Hölbing-Land, auf dem die LPG-Tankstelle steht, kommt kein Pfennig Pacht. „Weil wir das Grundstück nicht verkaufen wollen.“ Hilfe ist nach Lage der Dinge kaum zu erwarten... Strafanzeigen werden „wegen Geringfügigkeit“ abgeschmettert. Und im Gemeinderat sitzt Klaus Köhler (früher „Helfer der Volkspolizei“) neben Hans-Joachim Loeper (Ex-Parteisekretär der SED). Sie sind die Chefs der Agrargenossenschaft.

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