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Die Abfuhr war der begrenzende Faktor
Pressemitteilung vom 24.05.2007


2005 hat eine Reihe von Landwirten Getreide im Hochschnitt geerntet. So auch Dr.Heinz Schönleber in Littdorf/Sachsen. Er ist bekannt dafür, gern mal neue Technik auf seinem Ackerbaubetrieb auszuprobieren.

Sie haben 2005 etwa 250 ha Weizen im Hochschnitt geerntet. Was hat Sie dazu bewogen?
Witterungsbedingt hatten sich bei den meisten Weizensorten Probleme mit der Fallzahl abgezeichnet. So war in der kurzen Zeitspanne mit noch akzeptablen Fallzahlen und günstiger Erntewitterung Eile, sprich eine hohe Flächenleistung der Mähdrescher geboten.
Der zweite Grund, den Hochschnitt auszuprobieren, war die kurze Zeitspanne zwischen Weizenernte und Rapsaussaat. Neben der Steigerung der Flächenleistung von bis zu 50 % je Mähdrescher erreicht man durch den Hochschnitt eine optimale Strohverteilung, die für unseren pfluglos wirtschaftenden Betrieb sehr wichtig ist.

Und wie haben Sie das praktisch umgesetzt?
Die Druschgeschwindigkeit bewegte sich im Bereich von 7 bis 10 km/h. Die Stoppel wurde so hoch wie möglich gedroschen, etwa 5 cm unter der Ähre. Die Schneidwerke der beiden Mähdrescher waren 6,8 und 7,5 m breit; beide Drescher waren Schüttlermaschinen.
Relativ bald zeigte sich, dass der begrenzende Faktor für die Flächenleistung der Überladewagen war. Eine enge Abstimmung der Mähdrescher mit dem oder den Abfahrern ist unerlässlich, um die Drescherleistung auch umsetzen zu können.
Die Mähdreschereinstellung mussten wir anpassen. An der Trommeleinstellung haben wir keine Veränderungen vorgenommen, wohl aber die Siebeinstellung dem höheren Massenfluss an Körnern angepasst. Sowohl das Obersieb und die Siebverlängerung als auch das Untersieb wurden etwas weiter geöffnet. Die Gebläsedrehzahlen haben wir nicht erhöht.
Die Nachbearbeitung der Stoppel vor Raps und zum Teil vor Mais und Zuckerrüben erfolgte mit einem Schlegelmulcher. Dessen Flächenleistung betrug etwa 5 ha/Stunde. Vor Mais und Zuckerrüben kann man sich das anschließende Mulchen bei entsprechender Bodenbearbeitungs- und Sägetechnik auch sparen. Die langen Stoppeln bieten dann einen guten Erosionsschutz.

Wie sieht es unterm Strich aus? Lassen sich mit dem Hochschnitt möglicherweise sogar Maschinenkosten sparen?
Die eingesparten variablen Kosten (Diesel, Verschleiß, Fahrer) und die höhere Flächenleistung (soweit der Betrieb logistisch dazu in der Lage ist) decken die Mehrkosten durch das zusätzliche Mulchen leicht ab. Natürlich wird auch der Mähdrescher geschont.
Pflanzenbaulich verlangt das System allerdings homogene Bestände ohne Lager. Und die Belastung des Fahrers bei Erntegeschwindigkeiten um 20 km/h ist sehr hoch. Wir erwägen deshalb die Investition in ein Autotracksystem.
Als "Standardverfahren" zur Einsparung von Mähdrescherkapazität sehe ich den Hochschnitt allerdings nicht. Dafür ist das Risiko zu groß, keine zusätzliche Druschleistung mehr mobilisieren zu können. Denn wenn es brennt, brennt´s überall.

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