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    Bundesverband
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Kommentar
Renate Künast und das Bohren dicker Bretter
Von Margarete von Schnehen, Klein Schneen Pressemitteilung vom 17.05.2001


Der Einstieg der neuen Landwirtschaftsministerin Renate Künast in das komplizierte Feld der Agrarpolitik war vielversprechend. Nun aber scheint bereits eine Kehrtwende eingetreten zu sein. Agrarkommissar Fischlers Wunsch nach Begrenzung der Rinderprämien wird von der Ministerin als Angriff auf ostdeutsche Großbetriebe angesehen – und abgelehnt. Nun ist nicht mehr die Kuh umzingelt, wie sie während ihrer Antrittsrede bemerkte, sondern sie selbst von der allmächtigen Agrarlobby. Es gilt Pfründe zu erhalten!

Wenn man den Beteuerungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der Agrarminister glauben will, gibt es keine Agrarfabriken. Realität ist jedoch, dass in Agrarkonzernen riesige Tierbestände unter oft tierquälerischen Bedingungen gehalten werden. Einige dieser agrarindustriellen Komplexe, die neben den landwirtschaftlichen Großbetrieben auch Züchtung, Schlachtung, Verarbeitung und Futtermühlen umfassen, haben inzwischen auch westdeutsche Clans übernommen. So fließt das Steuergeld der Bürger auch weiterhin in die Agrarkonzerne wie z.B. an den Augsburger Getreidehändler in Ferdinandshof/Vorpommern (23.000 Bullen), an den früheren Geschäftsführer des Fleischkonzern Moksel (20.000 Mastrinder), an die niederländische Familie Koopmann in Sachsen-Anhalt (4.000 Kühe), um nur einige zu nennen. Der bäuerliche Mittelstand darf den Namen hergeben und bekommt die Subventionsbrosamen, die aus den Taschen der Manager fallen. Die Bauern demonstrieren gegen die Massenschlachtung – und das zu Recht! Sind es aber wirklich nur Landwirte? Auch die Agrarmanager schicken ihre Mitarbeiter auf die Straße, um die Situation für sich zu nutzen. Das Schreckgespenst Arbeitsplatzverlust wird ständig bemüht. Alles unter der Fahne der Bauern! Wieder einmal lässt sich der Ohnehin stark gebeutelte Berufsstand für Fremde Interessen missbrauchen.

Zwischen den Agrargiganten und dem landwirtschaftlichen Mittelstand kann es keine Gemeinsamkeiten geben! Eine Abgrenzung ist notwendig!

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