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Stillgelegte Flächen frühestens nach Antragsende zur Futternutzung freigegeben
Stilllegungsfläche bundesweit rund 850.000 ha
Pressemitteilung vom 10.05.2007


Berlin - Bund und Länder haben sich dazu vergangene Woche nach Angaben von agra-europe auf einheitliche Verfahrensregelungen verständigt. Die Europäische Kommission hatte die Entscheidung auf die EU-Mitgliedstaaten übertragen.

Thüringens Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar wies am vergangenen Freitag darauf hin, dass der Stichtag für die Freigabe der 16. Mai sei, da erst am 15. Mai die Antragstellungsfrist für die landwirtschaftlichen Direktzahlungen ende. Sachsens Agrarminister Stanislaw Tillich sprach von einer "nur kleinen Entlastung" für die Landwirte, die aber kurzfristig die Futterversorgung sichere. Der Agrarsprecher der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Bernhard Daldrup, forderte dazu auf, schon jetzt die Weichen für eine vollständige Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen zu stellen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte die aktuelle Maßnahme. Dadurch könne der drohende Futtermittelmangel der viehhaltenden Betriebe abgemildert werden. Zuvor hatte der DBV in einem Schreiben an das Bundeslandwirtschaftsministerium darauf hingewiesen, dass die Futtergrundlage in vielen Betrieben bereits zu diesem frühen Zeitpunkt knapp geworden sei.

Selbst bei bestem Witterungsverlauf werde das entstandene Defizit beim Futteraufwuchs nur noch schwer auszugleichen sein. Laut Angaben des DBV umfasst die Stilllegungsfläche bundesweit rund 850.000 ha. Nach Darstellung der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) hat die lang anhaltende Trockenheit in weiten Teilen des Bundesgebietes zu einem Defizit an pflanzenverfügbarem Wasser geführt. Insbesondere die leichten Böden mit hohen Sandanteilen und flachgründige Standorte seien davon betroffen. Auf dem Grünland sei der Massenzuwachs stark gebremst worden. Auch beim Getreide sind der ZMP zufolge auf den leichten Böden bereits Schäden erkennbar, die nennenswerte Ertragseinbußen zur Folge haben dürften.

In Sachsen sind im April nur vier Prozent der sonst üblichen Regenmenge gefallen. Die Trockenheit bedroht vor allem Raps und Getreide. Die Meteorologen gehen inzwischen davon aus, dass es niemals seit Beginn der Messungen vor hundert Jahren einen trockneren Monat in Deutschland gegeben hat als diesen April, selbst im Sommer nicht.

Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich (CDU) stellte beim Bund den Antrag, dass die sächsischen Landwirte Gras auch von jenen Feldern nutzen dürfen, für die sie Stilllegungsprämien erhalten. Im vergangenen Jahr war diese Erlaubnis erst im Sommer erteilt worden.

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