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Mit Sprit vom Acker will die EU das Klima schützen
Biodiesel und Agraralkohol sollen fossile Treibstoffe teilweise ersetzen
Pressemitteilung vom 03.05.2001


Durch den verstärkten Einsatz von Biodiesel und Agraralkohol will die Europäische Kommission die wachsende Kohlendioxid-Belastung durch den Straßenverkehr verringern. Darauf zielt ein Vorschlag, den die für Energie- und Verkehrspolitik zuständige EU-Kommissarin Loyola de Palacio in Zusammenarbeit mit den Kommissaren Margot Wallström (Umwelt) und Franz Fischler (Landwirtschaft) vorbereiten lässt. Der Entwurf soll nach Informationen der FAZ noch vor der Sommerpause den EU-Regierungen und dem Europäischen Parlament vorgelegt werden. Den Brüsseler Plänen zu folge sollen Benzin und Dieselkraftstoff innerhalb der kommenden zehn Jahre zu rund 5 Prozent durch den Sprit vom Acker ersetzt werden. „Dies ist zwar ein teurer Weg, um Kohlendioxid einzusparen. Aber bei weiter wachsendem Verkehrsaufkommen müssen alle Möglichkeiten genutzt werden“, sagte ein Mitarbeiter der spanischen Kommissarin. Der starke Anstieg der Spritpreise zeige ohnehin, dass die EU gut beraten sei, ihre Abhängigkeit von Erdöleinfuhren zu vermindern. Die Kommission verweist auch auf die Beschäftigungsimpulse: schon bei einem Anteil von 2 Prozent Biosprit am Treibstoffverbrauch seien bis zu 200.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu erwarten. Als weiteres Argument wird die Ost-Erweiterung genannt, durch die die landwirtschaftliche Nutzfläche der Gemeinschaft um mehr als die Hälfte steigen werde.
Bei der Verbtrennung von Biosprit, der zum Beispiel aus Rapsöl gewonnen wird, entsteht nur so viel Kohlendioxid, wie die Pflanzen zuvor aus der Atmosphäre gebunden haben. Berücksichtige man den Energieeinsatz für den Anbau und die Verarbeitung, sei die Nettobelastung mit dem Treibhausgift je nach Pflanze und Technologie immer noch um 40 bis 80 Prozent niedriger als bei fossilen Treibstoffen, so die Energieabteilung. Auch bei anderen Schadstoffen schneide der grüne Sprit besser ab als herkömmlicher Diesel oder Ottokraftstoff. Aus der Generaldirektion für Umwelt kommen aber auch kritische Bemerkungen, weil der großflächige Anbau von Raps und anderen Rohstofflieferanten mit hohem Dünger- und Pflanzenschutzaufwand sowie negativen Folgen für Artenvielfalt und Landschaftsbild verbunden wäre.
Die federführende Energieabteilung bevorzugt einen gesetzlichen Beimischungszwang. Das verspreche die schnellsten Ergebnisse, weil dazu keine neuen Vertriebsstrukturen im Tankstellennetz aufgebaut werden müssten. De Palacio hatte jüngst darauf hingewiesen, dass herkömmliche Motoren durchaus 5 bis 8 Prozent Biotreibstoff verkrafteten. In Frankreich setzen die Mineralölfirmen dem Dieselkraftstoff schon seit einigen Jahren Biodiesel zu.

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