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Ware Tier : Auf der Suche nach munteren Kühen und Schweinen
Christian Rohde: Dokumentation in der ARD
Pressemitteilung vom 04.05.2006


In Deutschland werden im Jahr 2,3 Millionen Tonnen Fleisch verzehrt und 29 Milliarden Liter Milch produziert. Doch woher kommt das alles? Von lauter frohen Schweinen und bunten Kühen? Oder haben wir beim Kauen vielleicht vergessen, wie unser tägliches Essen entsteht? Wahrscheinlich wollen wir es gar nicht so genau wissen.

Verbraucher: Hauptsache billig
Bei Milch denkt man eben lieber an lila Kühe auf der Alm als an Milchkarussell, Rinderklinik und Magen-OP. Beim Schweinekamm für 1,48 Euro freut sich der Kunde über den Preis, ohne je an das Schwein zu denken, aus dem es geschnitten wurde. Billig haben wir es am liebsten.
Das Team von Autor Christian Rohde hat eine Reise durch die Republik gemacht und gefilmt, wie Schweine leben, bevor sie zu Schnitzel werden. Die Kamera war im Schweinekreißsaal genauso dabei wie im Schlachthof, wo die Tiere heute in einen Paternoster gehen, bevor sie sterben. 3.400 Stück pro Tag allein in einer Anlage.

Turbo-Leistung teuer erkauft
In Mecklenburg konnte das Team erleben, dass in eine Kuh weit mehr als Gras und Wasser kommt, dass sie in einem Karussell gemolken wird und dass Hochleistungstiere der Rasse Holstein-Frisian bis zu 10.000 Liter Milch im Jahr geben. Der Preis dagegen, den Kunden für den Liter bezahlen, wird immer kleiner. Die Kühe zahlen mit ihrem Leben. Denn die hohe Milchleistung bringt Magenkrankheiten und Euterentzündungen. Die Konsequenz: Immer mehr Rinder müssen zum Doktor in die Rinderklinik, auf den OP-Tisch. Und ihr Leben wird immer kürzer.

Tiere - degradiert zu Sachmitteln
Der Film zeigt berührende Bilder von Tieren, bei denen ihre Halter vergessen haben, dass sie Mitgeschöpfe sind. Schweine, eingesperrt im Dunkeln, dahin vegetierend im eigenen Kot. Kühe, deren Euter auf dem Boden schleifen. Der Zuschauer wird mitgenommen an Orte, die er sonst nie zu Gesicht bekommt, obwohl er täglich sein Essen daher bezieht. Molkereien, die aussehen wie Krankenhäuser, klinisch und sauber, hocheffizient und menschenleer.
Nicht von der Alm kommt die Milch, sondern der Roboter verpackt die Kaffeesahne. Ähnlich im Schlachthof: Alles vom Schwein wird verwertet, im Akkord zerteilen Schlachter und Maschinen das, was wir nur als paniertes Schnitzel kennen.
Die Bilder ziehen den Zuschauer hinein in die Welt der modernen Lebensmittelproduktion. Eindrucksvoll zeigt der Autor schlicht das, was ist - den Alltag der Ware Tier. Zu Wort kommen Milchbauern, Schweinezüchter und Tierärzte genauso wie Fleischfabrikanten und Molkereimanager.

Faktor Verbraucher
Staunen kann der Zuschauer über die Ausmaße der größten Schweinemastanlage Europas genauso wie über die Einsichten des ehemals größten Wurst- und Fleischfabrikanten Deutschlands, Karl Ludwig Schweißfurt. Der sagt eindringlich: "Lebensmittel sind so billig geworden wie nie zuvor. Um es mal ein bisschen krass zu formulieren: Sie sind billiger als Hundefutter." Und wir - die Verbraucher - wollen es nicht anders.

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