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Auf ein Wort
Besiegt und befreit
Vor 60 Jahren zweierlei Kriegsende
Pressemitteilung vom 30.04.2005


Mehrere Millionen Ostdeutscher Frauen, Kinder und alte Männer starben im Spätwinter 1945 auf der Flucht vor der Roten Armee. Über 13 Millionen Ostpreußen, Pommern, Schlesier und Sudentendeutsche wurden vor 60 Jahren heimatlos - Deutschland verlor faßt ein Viertel seines uralten Siedlungs- und Staatsgebietes. Ein Gewaltfrieden, der in der Geschichte noch nie einem Besiegten auferlegt wurde. Aber eben auch der Preis für singuläre Verbrechen der Nazis an den Völkern der Welt, am eigenen Volk und für das Genozid an den Juden. Hitlers Raub- und Vernichtungskrieg schlug auf Deutschland zurück, den der braune Verbrecher 1939 gemeinsam mit dem Menschenschlächter Stalin gegen die Zivilisation begonnen hatte. Für die obergroße Mehrheit des deutschen Volkes, die Hitler 1933 begeistert gefolgt war, war der 8. Mai 1945 kein Tag der Befreiung, brachte die bedingungslose Kapitulation Besatzung, Gefangenschaft, Millionen von Russen vergewaltigter Mädchen und Frauen, Tod, Hunger und Elend für das deutsche Volk. Keiner der Besatzer hatte damals vor, die Deutschen zu befreien. Bis zuletzt hatten diese für Führer, Volk und Vaterland verbissen gekämpft. 8,5 Millionen NSDAP-Mitglieder! Es gab nur wenige Deutsche im Widerstand, die man hätte befreien können. In Wirklichkeit ging es den Alliierten darum, Deutschland militärisch zu besiegen, zu besetzen, als Kriegsgegner für die nächsten 50 Jahre auszuschließen und sich eines gefährlichen Wirtschaftsgiganten zu entledigen. Diese totale Niederlage konnte von der übergroßen Mehrheit der Deutschen nicht als Befreiung empfunden werden.
Allerdings: Der 8. Mai war nicht nur eine bedingungslose Kapitulation, er hat dem deutschen Westen Freiheit und Demokratie gebracht und 45 Jahre später die DDR und das Sowjetregime mit seinen Vasallen untergehen lassen. Es wird leicht vergessen, daß die Demokratie nach 1945 nur im Westen Deutschlands einzog. Im Osten installierte Stalin eine kommunistische Diktatur. Zwar half er entscheidend mit, das nationalsozialistische Terrorregime zu zerschlagen, doch kam er nicht als Befreier. Er war selbst ein blutiger Tyrann, der Millionen russischer Bauern und Bürger auf dem Gewissen hatte.
Insofern war es dann doch noch eine Befreiung für die KZ-Opfer in Auschwitz, Dachau, Buchenwald und in vielen anderen Stätten des Terrors und der Vernichtung.
Aber hinter der Roten Armee kam auch Stalins NKWD. Der sowjetische Terror 1945/49 bildete die Voraussetzung für die Durchsetzung der stalinistischen Enteignungen und der späteren Zwangskollektivierung. Wenn die heutige politische Klasse in Deutschland trotzdem pauschal vom Tag der Befreiung spricht, dann will sie sich offenbar selbst entlassen aus der Verantwortung der Vätergeneration. Nach dem Motto: Wir waren alle keine Täter, sondern nur Opfer der Hitler-Diktatur. Mit diesem Bewußtsein lassen sich die Verbrechen der Nationalsozialisten offenbar besser ertragen. Sauber ist das aber alles nicht.

Dieter Tanneberger

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