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VDL stellt den am 17. März neugewählten Vorstand vor
Der Präsident und seine Vizepräsidenten
Pressemitteilung vom 12.04.2007


Präsident Dieter Tanneberger (65)
Seit 17 Jahren an der Spitze des VDL Sachsen und der Privatbauern im Osten

Dieter Tanneberger wurde am 04. Juli 1941 als Sohn eines größeren Landwirts im Erzgebirge geboren. Die Kommunisten sahen nach 1945 in den ostdeutschen „Großbauern“, nach sowjet-russischem Vorbild, Kulaken und potentielle Klassenfeinde, die wegen ihrer Unabhängigkeit, Grund- und Bodenbindung und freiheitlichen Gesinnung nicht in die kommunistische Klassendoktrin passten und mit hohem Abgabesoll, Schlacht- und Butterverboten beauflagt und bei Rückständen bespitzelt, verhaftet und enteignet wurden.
Der Volksaufstand in Ungarn im Oktober 1956 stachelt einen noch jugendlichen Aufrührer in Dittmannsdorf bei Sayda an, in zwei Nächten an öffentlichen Gebäuden staatsfeindliche Parolen anzubringen: „Spitzbart, Bauch und Brille ist nicht des Volkes Wille“; „Pieck, Ulbricht, Grotewohl, das Volk hat die Schnauze voll!“; „Macht es den tapfren Ungarn nach!“; „Russen raus aus Budapest!“, „Ulbricht, du Hund Moskaus!“; „Freiheit!“. Die Stasi belagert das Dorf. Tanneberger wird in Nassau festgenommen, wo er bei Verwandten Zuflucht gesucht hatte, und in den Jugendwerkhof Karl-Marx-Stadt eingewiesen. Wegen Boykotthetze wird er 1957 vor das Kreisgericht Marienberg gestellt.
1962 schreibt er einen Aufsatz zur Entstalinisierung und wird von der Fachschule für Landwirtschaft in Zug bei Freiberg exmatrikuliert und für 8 Monate zur „Bewährung“ im Saalkreis interniert.
1978 wird er aus der Blockpartei DBD ausgeschlossen und aus der Aspirantur im Doktorandenseminar an der Karl-Marx-Universität Leipzig entfernt. Er erhält mehrere Berufsverbote in LPGen und 1988 am Literaturinstitut Leipzig. 1989 engagiert er sich im Neuen Forum und wird als „Demo-Sänger von Olbernhau“ und durch Rundfunkauftritte einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Im Frühjahr 1990 ruft er zu Bauernversammlungen auf und wird im September 1990 Präsident des Verbandes der privaten Landwirte und Grundeigentümer in Sachsen (VDL). Tanneberger ist 1991 Gründungspräsident des Dachverbandes Deutscher Landbund und 2000 des Bundesverbandes Deutscher Landwirte.
Er ist verheiratet und Vater von 3 Kindern. Tanneberger bewirtschaftet 130 Hektar Eigentumsflächen, hält eine Galloway-Herde und betreibt einen Windpark im Erzgebirge.


Roland Freiherr von Fritsch (56)
Mit großer Mehrheit wieder gewählter 1. Vizepräsident des VDL Sachsen. Er vertritt nach einer Strukturreform des VDL die Region Nordsachsen. Roland v. Fritsch ist Stellvertreter in der Vertreterversammlung der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Seit Jahren übt er auch die Funktion des Schriftführers beim Bundesverband Deutsche Landwirte und beim VDL Sachsen aus.

„Warum den Besitz von Produktionsmitteln freiwillig und ohne Not Anderen überlassen, nutze sie doch selber! So dachte ich mir einige Jahre nach der Wende bei der Unterstützung meiner Verwandten in der Vermögensauseinandersetzung mit den LPG-Nachfolgeunternehmen.
Eine solide Ausbildung hatte ich im Volkseigenen Gut Kohren-Sahlis/Elbisbach erhalten und die bäuerliche Leidenschaft in mir war nach zwanzig Jahren Bürotätigkeit noch nicht verschüttet. Also übernahm ich im Herbst 1994 die Restflächen des mütterlichen Betriebes in Rackwitz, etwa 18 ha, eine Hofstelle war nicht mehr vorhanden. In Versammlungen des VDL Nordsachsen lernte ich gleichgesinnte unternehmerisch handelnde Bauern kennen. Zwei davon konnte ich als Partner für meinen im Nebenerwerb geführten Betrieb gewinnen, die bis heute zum gegenseitigen Vorteil mit modernster Technik meine Flächen bearbeiten. Splitterflächen und Stilllegungsflächen bearbeite ich selber.
Mit vielen Mühen konnten wir Ackerflächen zurückerwerben, die zu DDR-Zeiten zum Braunkohlenabbau vorgesehen waren. Ebenso langwierig war ein Bodenordnungsverfahren, wobei unsere mit Eigenheimen bebaute Fläche gegen Ackerland getauscht wurde. Der Betrieb hat heute annähernd die Fläche wie vor der Zwangskollektivierung. Eines meiner drei Kinder, die jüngere Tochter, konnte ich für ein Landwirtschaftsstudium begeistern. Sie und ihre Freundin haben bei den Amtsmeisterschaften im Leistungspflügen 2004 und 2006 vordere Plätze belegt und damit meinen Betrieb würdig vertreten.
Eine Statistik des Amtes für Landwirtschaft Mockrehna zeigt, dass die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe von ca. 170 im Jahr 1998 auf über 300 im Jahr 2002 angestiegen ist. Für mich ein Indiz dafür, dass der Wunsch nach einem eigenen Betrieb auf eigener Scholle ungebrochen ist.
Nicht nur Nebenerwerb oder Nebeneinkommen bietet die Landwirtschaft, sondern auch sinnvolle Tätigkeiten und erfolgversprechende Unternehmungen in Zeiten zunehmender Arbeitslosigkeit im ländlichen Raum. Im Jahr 2003 arbeiteten 69% der Sächsischen Landwirtschaftsbetriebe mit 26% der Gesamt-LN im Nebenerwerb (Quelle:Statist. Bundesamt – Situationsbericht 2005) – eine wirtschaftlich nicht unbedeutende Gruppe, als sozial, politisch und unternehmerisch handelnde Gruppe von der Gesellschaft weitgehend ignoriert“.


Dr. Manfred Probst (61)
2. Vizepräsident und Vertreter Mittelsachsens im VDL.
Vorwerk Podemus: Der historische Vierseithof diente ehemals dem Bistum Meissen als Vorwerk. 1793 wurde dieser oberhalb des Zschoner Grundes bei Dresden neu erbaut. Seit 1900 ist der Betrieb im Besitz der Familie Probst. 1960 wurden sie vertrieben und konnte erst nach der Wende 1991 dort wieder beginnen. Seit 1991 bewirtschaften sie den 250 Hektar großen Betrieb nach den Richtlinien des Gäa-Verbandes.
Ein Teil der Milchviehherde wurde 1991 von der ehemaligen LPG übernommen und wird in den Mutterlinien weitergezüchtet. Die Milch wird im Hofladen verkauft. 30 Hektar Kartoffelanbau sind ein weiterer Betriebsschwerpunkt. Wegen der besonderen Erosionsgefahr auf den hängigen Böden arbeitet Manfred Probst im Getreidebau mit einem Mulchsaatverfahren, welches zusätzlich den Humusanteil der Böden erhöht. Heute werden alle Schweine, Rinder und Schafe in entsprechend ausgebauten Räumlichkeiten auf dem Hof geschlachtet und verarbeitet. Im Hofladen werden Fleisch, Wurstwaren und Eier aus eigener Produktion verkauft.


Ulrich Goldbach (48)
Vizepräsident des VDL
Ulrich Goldbach bewirtschaftet als Haupterwerbslandwirt einen 230 ha großen Ackerbaubetrieb. Er vertritt den VDL für die Region Erzgebirge. Goldbach ist Stellvertreter in der Vertreterversammlung der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft und im Vorstand der Maschinenringe Freiberg u.U.


Rudolf Heimer (57)
Rudolf Heimer vertritt Westsachsen im VDL. Er bewirtschaftet einen 180 ha Ackerbaubetrieb im Haupterwerb.
Heimer ist vereidigter ehrenamtlicher Richter beim Landwirtschaftsgericht Zwickau und Mitglied des Landesjagdbeirates in Sachsen und der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Zwickauer Land.
Er ist Vizepräsident des VDL Sachsen und Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Landwirte.


Jörg Eichler (37)
Jörg Eicher ist seit 1992 Mitglied des VDL Sachsen. Seit der Neuwahl im März diesen Jahres in Freiberg vertritt er als jüngster Regionalverbandsvorsitzender des VDL den Ostsächsischen Raum.
Sein Landwirtschaftsbetrieb wurde 1994 ausgesiedelt und wird seither mit 140 ha als Ackerbaubetrieb mit Tierhaltung im Haupterwerb von ihm bewirtschaftet. Er ist verheiratet und hat 2 Kinder. Seit 2007 hat er sich nebenbei dem Landtourismus verschrieben und vermietet familienfreundliche Ferienwohnungen.

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